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Hallescher FC: Hoffnung für den Angriff?

Uhr | Aktualisiert 13.11.2012 23:10 Uhr

Onur Ayik (l.) versetzt in einem seiner beiden Bundesliga-Spiele Leverkusens Arturo Vidal. (FOTO: IMAGO)

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Onur Ayik hat am Dienstag sein erstes Probetraining beim Halleschen FC absolviert. Der junge Angreifer mit türkischen Wurzeln stand bis vergangenen Juni in Diensten von Werder Bremen. Und er kommt mit viel Selbstbewusstsein in die Saalestadt.
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Halle (Saale)/MZ. 

Mit dem Rücken zur Wand versucht Onur Ayik Schritt für Schritt die Flucht zu ergreifen. Das plötzliche Interesse an seiner Person ist dem 22-jährigen Fußballer sichtlich unangenehm. Immer wieder schweifen seine Blicke hilfesuchend zu dem wartenden Auto, dessen Scheinwerferlicht auf ihn gerichtet ist. Dort wartet HFC-Verteidiger Pierre Becken, um ihn mitzunehmen. Oder in Sicherheit zu bringen.

Ayik hat am Dienstag sein erstes Probetraining beim Halleschen FC absolviert. Der junge Angreifer mit türkischen Wurzeln stand bis vergangenen Juni in Diensten von Werder Bremen. Und er kommt mit viel Selbstbewusstsein in die Saalestadt. "Ich denke schon", erklärte Ayik am Dienstag, "dass ich dem Halleschen FC in der derzeitigen Situation helfen kann. Na klar!"

Auch HFC-Trainer Sven Köhler sieht gute Ansätze in seinem Spiel: "Türkisch-stämmige Spieler sind meist sehr, sehr gute Fußballer." Allerdings könne er nach einer Trainingseinheit noch nicht viel ableiten, "jeder ist da anders. Manche brauchen einen Tag, um sich einzugliedern", so Köhler.

Ayik sieht das Interesse des Drittligisten als Chance, wieder in den Profifußball zurückzukehren. Wenn man sich die Historie des gebürtigen Niedersachsen genauer ansieht, müsste er eigentlich Klassen höher als in der dritten Liga spielen.

Bereits mit 17 Jahren erlebte Ayik 2007 sein Debüt bei den U-19-Junioren der Werderaner. Seitdem sammelte er internationale Erfahrung - zwar nur punktuell, aber immerhin: Elf Einsätze kann Ayik im Trikot der türkischen U-19-Junioren-Nationalmannschaft vorweisen. Für Werder absolvierte er zwei Bundesliga-Spiele im Jahr 2010 - kurioserweise beide gegen Bayer Leverkusen - und jeweils einen Auftritt in der Champions League gegen Tottenham Hotspur und der Europa League gegen Twente Enschede. In allen Partien wurde er eingewechselt, stand insgesamt 87 Minuten auf dem Platz.

Für den HFC aber vielleicht noch wichtiger: In seinen 67 Drittliga-Spielen für Werders zweite Mannschaft erzielte er zwölf Tore.

Doch warum ist ein Spieler mit dieser Vita vereinslos? "Ich weiß noch nicht, aus welchem Grund sein Vertrag nicht verlängert wurde", sagt auch Sven Köhler. Ayik versichert, dass Bremen "eigentlich mit mir verlängern wollte". Wegen eines Missverständnisses, auf das er jedoch nicht genauer eingehen will, stand er dann jedoch auf der Straße.

Ein Hinweis liefert zumindest der Blick auf Ayiks Ausfallzeiten in den vergangenen Jahren. 2011 setzte ihn ein Kreuzband- und Meniskusriss für acht Monate außer Gefecht. "Letztes Frühjahr ging dann die Naht am Meniskus wieder auf", erzählt Ayik, "und ich musste nochmal operiert werden." Wieder fast drei Monate Pause.

Deswegen auch die neue Chance, die Ayik für sich erhofft. Er wurde nämlich gerade schon einmal enttäuscht. Beim Zweitligisten SC Paderborn habe er im Juli einen unterschriftsreifen Vertrag vorliegen gehabt, doch der damalige Trainerwechsel zu Stephan Schmidt habe seine Verpflichtung verhindert. "Er wollte mich nicht mehr", so Ayik. In der Folge schnupperte er kurz auch bei Dynamo Dresden rein, nahm an einem Testspiel gegen den FSV Zwickau teil. Aber dort klappte es ebenfalls nicht.

Und nun Halle. Die Verbindung kam über Pierre Becken zustande, denn beide werden vom selben Spielerberater vertreten: Jörg Neblung. Deshalb hat ihn Innenverteidiger Becken auch unter seine Fittiche genommen. "Er kümmert sich um mich", sagt Ayik.

Interessant ist der 22-Jährige für den HFC in doppelter Hinsicht. "Er kann ganz vorn spielen", erklärt Köhler, "aber kann auch hängend eingesetzt werden." Denn Ayik wurde in seinen drei Profi-Jahren bei Werder zum Spielmacher hinter den Spitzen "umgeschult", wie er es formuliert. Zudem ist er beidfüßig und damit in der Offensive vielseitig einsetzbar.

Ayik ist der zweite Probespieler, der im Laufe der Saison beim HFC anzuheuern versucht. Der erste, Addy-Waku Menga, spielt mittlerweile beim Tabellenzweiten der Liga, Preußen Münster. Köhler dämpft alle Erwartungen. Er will keinen Druck, keine überzogenen Erwartungen aufkommen lassen: "Wir gucken einfach. Onur ist jetzt erstmal drei Tage da. Dann sehen wir weiter."

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