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Hallescher FC: Erfolgsrezept Pärchenspiele

Uhr | Aktualisiert 03.12.2012 22:51 Uhr
Über fehlende Arbeit muss sich HFC-Torwart Darko Horvat nicht klagen. (ARCHIVFOTO: STEFAN RÖHRIG) 
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Der HFC bricht nach Gegentoren immer wieder ein. Trainer Köhler hat deshalb mit ungewöhnlichen Trainingsmethoden neues Selbstvertrauen aufgebaut.
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Halle (Saale)/MZ. 

Die Kiebitze beim HFC-Training staunten letzte Woche nicht schlecht. Die drei, vier oder fünf Fans des Vereins, die fast täglich am Rande des Trainingsplatzes stehen und zumindest auch kein Heimspiel verpassen, mussten lächeln, als Trainer Sven Köhler seine Kicker zu Übungen im Pärchenbetrieb bat. Hand in Hand ließ er seine Profis agieren. "Blockbildung oder Blockeinheit", nannte der Coach das. Jeder sollte auf seinen Nebenmann achten, ihn mitnehmen oder auch mitreißen. Und niemand sollte vergessen, mit seinem Nebenmann auch zu reden.

Die Übung, die den Kiebitzen ein Lächeln abrang, hatte etwas Symbolisches und war, wie sich jetzt herausstellte, ein Rezept für den 1:0-Erfolg bei Kickers Offenbach. Der HFC funktionierte wieder als Mannschaft. Das freute auch Manager Ralph Kühne. "Jeder war bereit, den Fehler des anderen auszubügeln. Jeder Spieler übernahm sofort die Absicherung des Vordermannes, wenn dieser in einen Zweikampf gezwungen wurde. Einer rannte für den anderen. Das war richtig gut."

Aber es war nicht das einzige Erfolgsrezept. Köhler, der dafür bekannt ist, dass er sein Spielsystem zuerst auf einer sicheren Defensive gründet, hat seinen Spielern die abhanden gekommenen Grundlagen dafür ganz offensichtlich neu beigebracht. Die alte Fußballer-Weisheit gilt wieder: "Die Null mus stehen." Das war das Erfolgsrezept in den letzten Jahren. Und es ist das Erfolgsrezept dieser Spielzeit.

Die nackten Zahlen belegen das: 17 seiner bislang 21 Punkte holte der HFC aus Spielen, in denen er kein Gegentor kassiert hat. Bei allen Siegen stand die Null. Heißt umgekehrt: Ein Gegentor ist oft wie ein Genickbruch. Nur gegen Chemnitz und Bielefeld holte das Team nach einem Rückstand wenigstens noch einen Punkt.

Alles dreht sich also um die Psyche der Spieler. Und genau da setzte Köhler an. "In vielen Gesprächen haben wir den Jungs klargemacht, dass eine sichere Abwehr das A und O ist, wenn wir in dieser Liga bestehen wollen", erklärte der Trainer. "Wir haben uns gefragt: Was waren die Grundlagen unseres erfolgreichen Spiels in der letzten Saison? Und dazu gehörte neben der mannschaftlichen Geschlossenheit und der stabilen Abwehr auch die ständige Kommunikation der Spieler untereinander."

So, wie in Offenbach, wo die einheimischen Zuschauer in der zweiten Halbzeit die ständigen Anfeuerungsrufe von Anton Müller oder Marco Hartmann an ihre Mitspieler genervt mit den Worten kommentierten: "Mensch Junge, halt doch endlich mal deinen Mund!"

Sie hielten ihn nicht, machten bis zur 90. Minute so weiter und belohnten sich schließlich mit drei Punkten, die ihnen kaum jemand zugetraut hatte nach den indiskutablen Vorstellungen gegen Borussia Dortmund II und den 1. FC Saarbrücken. Für Köhler war das nun wieder nicht überraschend. "Geschlossenheit, eine sichere Abwehr und das ständige Reden miteinander sind doch Faktoren, über die man als Spieler Selbstvertrauen aufbaut", erklärte er fast philosophisch. "Und nur, wenn dieses Vertrauen in die eigenen Stärken auch jedem Spieler stets bewusst ist, kann er in der 90. Minute noch jenen gestochenen Pass spielen oder ihn vollenden, der uns drei Punkte gebracht hat."

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