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Hallescher FC: Björn Ziegenbein ist der stille Gestalter

Uhr | Aktualisiert 18.01.2013 22:59 Uhr
Mit Björn Ziegenbein (links) hat der Hallesche FC keinen lauten Platzhirschen verpflichtet. (ARCHIVFOTO: SCHULZ) 
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Mit Björn Ziegenbein hat der Hallesche FC keinen lauten Platzhirschen verpflichtet. Der neue Spielmacher ist eher ein Freund der leisen Töne.
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Halle (Saale)/MZ. 

Auf den ersten Blick fällt Björn Ziegenbein gar nicht auf. Inmitten der zahlreichen Hünen, die mittlerweile in der Mannschaft des Halleschen FC stehen, wirkt der 26-Jährige auf dem Trainingsplatz eher unscheinbar. Kein Wunder bei seiner drahtigen Statur und nur 1,73 Metern Körpergröße. Das sind gerade einmal vier Zentimeter mehr als Nico Kanitz und Erich Sautner zu bieten haben.

Doch wehe wenn der Ball ins Spiel kommt. Dann ist es vorbei mit der Unscheinbarkeit. Dann wird der frühere Spielmacher der Münchner Löwen und von Hansa Rostock zu einem der Auffälligsten auf dem Platz.

Der optische Eindruck beim Training bestätigt sich im Gespräch. "Lautstark zu demonstrieren: ,Ich bin hier der Zehner!‘, das ist nicht so mein Ding", erklärt Ziegenbein. Er spricht ruhig, seine klaren blauen Augen leuchten über den kleinen Kaffeetisch im Empfangsbereich des Erdgas Sportpark.

Viel Zeit hat er nicht. Ein weiterer Besichtigungstermin für eine potenzielle neue Wohnung hat sich kurzfristig ergeben. Aufmerksam beobachtet er seinen Gegenüber. Die Medien sind nämlich auch "nicht so mein Ding".

Seine zurückhaltende Art mag so gar nicht zu der zentralen Rolle passen, die Björn Ziegenbein beim halleschen Drittligisten ausfüllen soll: lenken, ordnen, Tore produzieren. "Ich gebe nur die Kommandos, die ich geben muss, aus meiner Erfahrung heraus", betont er. Er wolle jüngeren Spielern etwas vermitteln, ihnen weiterhelfen. "Aber Erfahrung heißt ja nicht, dass man alles besser weiß."

Sporen bei 1860 verdient

Dabei hätte er allen Grund dazu, sich etwas größer zu machen. Denn Ziegenbein verdiente sich ab 2001 im Nachwuchs von 1860 seine Sporen, zusammen mit Spielern wie Marcel Schäfer, den Bender-Zwillingen oder Anton Fink.

Mit dem heutigen Stürmer des Chemnitzer FC lebte er Tür an Tür in München. "Er gehört definitiv zu meinen engsten Freunden", so Ziegenbein.

Ansonsten trenne er lieber Privates und Fußball. Was nicht heißt, dass er keinen Anschluss sucht. Ziegenbein führt viele Gespräche mit seinen Kollegen. Auch, um die Kommunikation auf dem Platz zu verbessern. "Das spielt eine große Rolle." Man rede über Gott und die Welt, versuche, sich besser kennenzulernen.

Dennoch braucht Ziegenbein auch seine Rückzugsräume. Auch deswegen sucht er nach einer Wohnung und zieht nicht in die sogenannte Leuna-WG ein, die Durchlaufstation für viele HFC-Neuzugänge und Heimat unter anderem für Jürgen Rittenauer und Anton Müller.

"Ich habe lange aus Koffern gelebt", erklärt er. "Jetzt will ich mich in meinen eigenen vier Wänden wohlfühlen, in meinem eigenen Reich."

"Keiner, der gerne wandert"

Klingt als ob sich der Ex-Rostocker an der Saale einrichtet. Er sei in einem Alter, in dem man gewisse Dinge anders sehe als früher. "Ich bin einfach keiner mehr, der gerne wandert", sagt Ziegenbein.

"Alle zwei Jahre in einer neuen Stadt, das findet man vielleicht als jüngerer Spieler toll." Auch wenn es bedeutet, sich wieder auf eine Fernbeziehung einstellen zu müssen. Seine Verlobte Steffi, mit der er seit fünf Jahren liiert ist, bleibt nämlich in der bayerischen Hauptstadt.

Ziegenbein ist also kein Schreihals mit überhöhten Ambitionen. Vielleicht hat ja auch der Schicksalsschlag Hüftverletzung und sein Beinahe-Karriereende Anteil an dieser Zurückhaltung.

"Wenn manche sagen, solche Rückschläge machen einen nur stärker - das ist bei mir nicht so." Dann hält er kurz inne: Ich bin jetzt vielleicht reifer, aber ich hätte definitiv lieber darauf verzichtet."

Im letzten Testspiel trifft der der HFC am Samstag um 13.30 Uhr im Erdgas Sportpark auf den FSV Zwickau.

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