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Hallescher FC: Björn Ziegenbein - Verstärkung oder Risiko?

Uhr | Aktualisiert 04.12.2012 21:41 Uhr
Im Trainingsspiel versuchte Björn Ziegenbein (rechts) HFC-Mittelfeldpieler Erich Sautner zu stellen. (FOTO: SCHULZ) 
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Nach einer Hüftoperation will sich der Ex-Rostocker Björn Ziegenbein beim HFC anbieten. Er sagt aber selbst, dass ihm zur Topleistung einiges fehlt.
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Halle (Saale)/MZ. 

Die erste fast zweistündige Trainingseinheit war vorüber. Björn Ziegenbein lief noch ein paar Bahnen quer über den Platz am Böllberger Weg aus. Dann tauschte er die Fußballschuhe mit den Laufschuhen, setzte seinen kleinen Rucksack auf und ab ging es in Richtung Erdgas Sportpark. Der ehemalige Zweitliga-Profi von Wehen Wiesbaden, 1860 München und Hansa Rostock wirkte zufrieden. "Ich kann wieder ohne Schmerzen trainieren", sagte er. "Das macht mich zuversichtlich. Aber um der Mannschaft auch helfen zu können, brauche ich schon noch eine richtige Vorbereitungsphase."

Der Mannschaft helfen können - genau das ist die Frage, die sich im Fall Björn Ziegenbein aufdrängt. Seit gestern ist der 26-Jährige in Halle zum Probetraining. Und was der Mittelfeld-Allrounder kann, wurde dabei schnell deutlich. In den gruppentaktischen Übungen bewies er seine technischen Fähigkeiten und seine Ballsicherheit. Im abschließenden Spiel elf gegen elf zeigte er sich lauffreudig. Und als er Torwart Jürgen Rittenauer beim Torabschluss zuerst mit rechts tunnelte und ihm dann mit links noch einen Ball in die lange Ecke zirkelte, war klar: Sportlich wäre dieser Spieler mit Sicherheit eine Verstärkung für den HFC. "Man hat gesehen, dass er ein technisch sehr gut ausgebildeter Fußballer ist", lobte Trainer Sven Köhler.

Doch da ist auch das Risiko. Und die Frage ist: Wie groß ist dieses Risiko? Erst seit Oktober trainiert Björn Ziegenbein überhaupt wieder. Bislang konnte er nur drei bis vier Einheiten pro Woche absolvieren, beim HFC werden es in dieser Woche erstmals fünf sein. Belastungen, die er lange nicht hatte. Spielpraxis hat er sogar seit einem Jahr nicht mehr gesammelt. Ein Meniskuseinriss im Hüftgelenk hatte für ihn fast schon das Ende der Karriere bedeutet.

Trainer Sven Köhler und Manager Ralph Kühne werden also genau hinschauen müssen. Denn Kühne stellt klar: "Wir werden keinen Schnellschuss machen, dürfen uns aber auch keinen Fehlgriff erlauben." Ein gebranntes Kind scheut schließlich das Feuer. Der Fall Marco Stier ist allen noch in den Hinterköpfen. Der Mittelfeldspieler war vor gut zwei Jahren mit großen Erwartungen verpflichtet worden, konnte aber wegen einer schweren Muskelverletzung in zwei Saisons gerade einmal sechs Spiele für den HFC absolvieren.

Ziegenbein ist ein Mann, der die Spielmacher-Position ausfüllen kann. Eine der großen Schwachstellen des HFC also. Und Trainer Köhler war gestern mit den ersten Eindrücken, die sein Proband hinterlassen hat, zufrieden. "Er hat auch alles mitgemacht. Mehr kann ich nach einer so langen Pause nicht von ihm verlangen", sagte der Coach.

In den letzten zwölf Monaten lernte Björn Ziegenbein die Schattenseiten des Lebens als Profifußballer kennen. Doch es lief für ihn auch schon besser. Sein erfolgreichstes Jahr erlebte Ziegenbein 2010 / 11, als er bei Hansa Rostock in 33 Drittligaspielen 14 Tore erzielte und so großen Anteil am Wiederaufstieg in die zweite Bundesliga hatte. Er avancierte zum Publikumsliebling und gewann im Herbst 2010 sogar die Wahl zu Norddeutschlands Sportler des Jahres. Mit dem Abstieg in die dritte Liga im Sommer 2012 verlor sein Vertrag die Gültigkeit.

Ziegenbein hat aber einen so starken Eindruck an der Ostsee hinterlassen, dass im Oktober sogar Hansas aktueller Trainer Marc Fascher mit ihm telefonierte. Dann entschied sich Rostock aber für den Tschechen Emil Rilke. Zum Glück für den Halleschen FC?

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