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Halle: Stiska fordert mehr Geld für Kultur

Uhr | Aktualisiert 27.11.2012 15:34 Uhr
«Wir sind hier doch nur noch Getriebene.» sagt Halles Kulturmanager Rolf Stiska (FOTO: DPA) 
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"Mehr Geld zum Erhalt des Bestehenden oder Kulturabbau", so laute - laut Rolf Stiska - die Alternative. Diese Botschaft will der Geschäftsführer der halleschen Theater, Oper und Orchester GmbH am Mittwoch nun auch im Kulturausschuss des Stadtrats vortragen.
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Halle (Saale)/MZ. 

Wer ihn kennt, kennt ihn als besonnenen Mann, der kein Freund von lauten Tönen ist. Deshalb waren auch viele Insider höchst irritiert, als Rolf Stiska kürzlich den Kultur-Konvent des Landes mit einem Brandbrief aufmischte. Die Botschaft des Geschäftsführers der halleschen Theater, Oper und Orchester GmbH war dabei schlicht und ergreifend die, dass man mit den Sparmöglichkeiten in den Sparten ans Ende gekommen sei. "Mehr Geld zum Erhalt des Bestehenden oder Kulturabbau", so laute - laut Stiska - die Alternative.

Diese Botschaft will Rolf Stiska am Mittwich nun auch im Kulturausschuss des Stadtrats vortragen. Und nachdem er auf seinen offenen Brief an Sachsen-Anhalts Landtagspräsidenten Detlef Gürth (CDU) ein großes Echo aus allen Landesteilen geerntet habe, das er am Montag gegenüber der MZ mit den Worten "es gibt ein Aufwachen" kommentierte, knöpft sich Stiska nun seine Stadt vor. Es gehe ihm darum, "bei Politikern ein Problembewusstsein zu wecken", sagt der Manager.

Das Problem, für das ein solches Bewusstsein nötig ist, steht bereits nächstes Jahr ins Haus. Denn schon im Jahr darauf - 2014 - laufen die aktuellen Haustarifverträge der städtischen Bühnen aus. Denen gemäß verzichten die Mitarbeiter gegen Freizeitausgleich auf runde zehn Prozent ihrer Bezüge - und sparen damit jene zusätzlichen Kosten ein, die die "Tarifaufwüchse" mit sich bringen. Doch mit diesem Latein sei man nun am Ende, meint Stiska - und fordert eine Aufstockung der Mittel zumindest in einer Höhe, die die Tariferhöhungen auffängt.

Anderswo im Osten habe man diesen Weg bereits beschritten. Denn ein neuer Sparkurs mit weiterer Ausdünnung der Ensembles - soweit die überhaupt möglich ist - würde die künstlerische Arbeit in den Sparten gefährden. "Wir sind doch nur noch Getriebene" kommentiert Stiska die Situation, die auch darin bestehe, dass etwa junge Schauspieler mit ihren Bezügen kaum noch auf mehr verzichten könnten.

Ein möglicher neuer Haustarifvertrag ab 2014, für den - wenn er kommen soll - schon bald die Weichen gestellt werden müssten, würde freilich den gravierendsten Kostenfaktor der GmbH nicht tangieren. Denn die Verträge mit der Staatskapelle laufen erst 2016 aus. Halles Orchester ist mit noch 121 vollen Stellen weitaus besser besetzt als Orchester in vergleichbaren Städten wie Chemnitz oder Magdeburg und sogar noch etwas besser als das Orchester von Frankfurt /Main. "Ja, es ist teuer", sagt Stiska über seinen Klangkörper - und: "Eigentlich können wir uns das nicht leisten".

Eigentlich? Die Drohung, die bereits bei den Verhandlungen um die letzten Haustarifverträge im Raum stand, bestehe natürlich weiterhin: eine Insolvenz der GmbH. Doch die will Stiska nicht. Auch deshalb nicht, weil viele der unkündbaren Mitarbeiter dann zurück an die Stadt fallen würden. Dann würde zwar der Großteil von deren Kosten bleiben, aber ihre Leistung fiele weg.

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