In einem offenen Brief beklagen Professoren und Mitarbeiter die aus ihrer Sicht willkürlichen Pläne. Hintergrund ist die Diskussion um Stellenkürzungen, mit denen die Uni-Leitung versucht, ein Sechs-Millionen-Euro-Defizit zu stopfen. Am Mittwoch soll im Senat erneut debattiert werden.
Die Sportwissenschaft steht nach Aussage von Kuno Hottentrott, Professor für Allgemeine Trainingswissenschaften, mit auf der Streichliste. Drei Stellen sollen nach 2013 nicht mehr besetzt werden, auch die neuen Studiengänge, die seit 2004 aufgebaut wurden, stehen zur Disposition, so Hottentrott. Nur der Lehramtsstudiengang Sport soll übrig bleiben. Doch auch der sei mit der verminderten Stellenzahl nicht überlebensfähig.
Bereits 2004 standen die Sportwissenschaften vor dem Aus. Auch damals gab es eine Kürzungsdiskussion. Die Sportwissenschaften konnten sich nur retten, weil zahlreiche Sportverbände protestiert hatten. In der Folge habe man, so Hottentrott, so schnell wie kein anderes Fach den Übergang von den alten Diplom- auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge bewältigt. "Das war damals die Auflage, der haben wir uns mit hohem Engagement gestellt. Wir waren die ersten, deren Studiengänge erfolgreich akkreditiert wurden. Heute haben sie ein Alleinstellungsmerkmal deutschlandweit. Dieser Kürzungsplan ist absolut unverständlich", so Hottentrott.
Von Willkür sprechen er und seine Kollegen aber nicht nur, weil ihnen, wie sie sagen, bisher keine Argumente seitens der Uni-Leitung genannt wurden. Man fühle sich am Department, das mit den Medienwissenschaften ein eigenes Institut innerhalb der Philosophischen Fakultät bildet, auch in der inneruniversitären Diskussion an den Rand gedrängt. Zwar habe auch der zuständige Fakultätsrat bereits gegen die Kürzungspläne protestiert, und auch der Senat werde am Mittwoch heftig diskutieren. Doch sind Dekane und der Rektor rein rechtlich nicht an die Beschlüsse der Hochschulgremien gebunden. Von der Uni-Leitung war bis Sonntag wegen wichtiger Termine keine Stellungnahme zu bekommen.