Halle/Saalekreis
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Halle/Saalekreis: Reich und schön

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Einen Schatz hat der Landkreis nicht gefunden, aber für die neue Buchführung das Vermögen geschätzt. (FOTO: ARCHIV/DPA) 
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Was ist der Saalekreis wert? Für die doppelte Buchführung bewertet der Landkreis sein Inventar und kommt zu einem hohen Ergebnis.
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Merseburg/MZ. 

Jeder kennt das von zu Hause. Zum Vermögen gehört nicht nur das, was man auf dem Konto hat. Dazu zählt auch, was man besitzt: Haus, Auto, Computer - alles Werte. Der Landkreis hat jetzt mit der Eröffnungsbilanz zur Doppelten Buchführung eine ganz ähnliche Bestandsaufnahme gemacht, nur im deutlich größeren Stil.

Der Saalekreis steht bei dieser Bilanz sehr gut da. Das Eigenkapital - das ist die Differenz zwischen Vermögen und Schulden - beträgt 41,7 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote damit 27 Prozent. „Ein deutsches Großunternehmen hat im Schnitt etwa 20 Prozent Eigenkapitalquote“, sagt Ralf Michael Ebeling, Wirtschaftsprofessor in Halle. Klarer Pluspunkt für den Saalekreis.

Die erste Bilanz zu erstellen, war extrem aufwendig. Eine Arbeitsgruppe aus jeweils einem Mitarbeiter der verschiedenen Ämter musste das gesamte Eigentum des Landkreises sichten und bewerten. Das Ganze dauerte fünf Jahre. „Zwischenzeitlich haben sich die gesetzlichen Bestimmungen geändert, wodurch Bewertungen nochmals überprüft werden mussten“, sagte die Sprecherin des Landkreises Kerstin Küpperbusch.

Insgesamt besitzt der Landkreis Sachanlagevermögen - dazu gehören Straßen, Häuser, Fahrzeuge, Grundstücke - für insgesamt 152 Millionen Euro. Hinzu kommen noch 27 Millionen Euro für Beteiligungen an Unternehmen und Eigenbetriebe. Dem gegenüber stehen 74 Millionen Euro Verbindlichkeiten.

Doch warum wird diese neue Haushaltsführung überhaupt gemacht? Das Land Sachsen-Anhalt fordert von allen Kommunen, dass bis zum 1. Januar 2013 auf die doppelte Buchführung umgestellt werden muss. „Der Vorteil ist, dass die Kommunen damit wie ein Unternehmen einen Überblick über ihr Vermögen und ihre Schulden bekommen“, sagt Wirtschaftsexperte Ebeling. In den bisherigen Haushalten wurden nur die Aus- und Einzahlungen berücksichtigt. Wenn beispielsweise ein Kindergarten gebaut wurde, dann war das eine einmalige Auszahlung und kein Vermögenszuwachs. In den späteren Jahren wurde der Wertverlust nicht berechnet. Das ist mit der neuen Bilanz anders. „Die Kommunen machen sich damit ein bisschen ehrlicher“, meint Ebeling.

Dennoch gibt es einen großen Unterschied zwischen Kommunen und Unternehmen. Kommunen sind nicht gewinnorientiert, sondern erfüllen öffentliche Aufgaben. „Deswegen ist am Ende ein ausgeglichenes Ergebnis schon erfreulich“, sagt Ebeling.

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