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Halle/Saalekreis: Bomben unter der Brücke

Uhr | Aktualisiert 12.01.2012 16:20 Uhr
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Amerikanischen Bombe

In Halle wurde am Mittwoch Fund eine amerikanischen Bombe aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt. (FOTO: THOMAS MEINICKE)

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Nach dem Fund einer amerikanischen Bombe aus dem zweiten Weltkrieg wurde die Sperrung der B91 aufgehoben. Bauarbeiter hatten die Zwei-Zentner-Bombe am Mittwoch an der Elsterstrombrücke entdeckt.
Halle (Saale)/MZ. 

Die Tage der Elsterbrücke an der B 91 in Halle-Ammendorf sind gezählt. Der Teil des Bauwerks, über den bislang der Verkehr aus Richtung Merseburg gerollt ist, ist so gut wie abgerissen. Bis Mitte 2012 soll der Neubau stehen. Dabei hätte die Brücke schon vor fast 70 Jahren Geschichte sein können: Mittwochvormittag wurde bei den Abrissarbeiten eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Elsterufer freigebaggert. Wie die Polizei am Mittwoch einräumte, war schon einmal am Morgen des 30. November 2011 ein baugleicher Sprengkörper auf der Baustelle entdeckt worden. Zum Glück haben sich beide Bombe als ungefährlich erwiesen.

Schrecksekunde für den Baggerführer am Mittwoch kurz nach 10 Uhr: Als er den Inhalt seiner Schaufel auskippt, liegt plötzlich die Bombe auf dem Brückenschutt-Haufen. Er und seine vier Kollegen räumen sofort die Baustelle und alarmieren die Polizei. Nachdem Helmar Morgenthal und ein Kollege vom Kampfmittel-Beseitigungsdienst am Fundort eingetroffen sind, können beide nach wenigen Minuten Entwarnung geben: keine Explosionsgefahr. Die umgehend vorgenommene Vollsperrung der B 91 kann deshalb gegen 13 Uhr aufgehoben werden. Eine Evakuierung der angrenzenden Wohngebiete mit Hunderten Einwohnern ist nicht nötig. Die Abrissarbeiten können nach kurzer Zeit teilweise wieder aufgenommen werden.

Eine Bombe, aber keine Gefahr? "Der Aufschlag- und der Heckzünder fehlen", erläutert Morgenthal. Er vermutet, dass der 125 Kilo schwere Blindgänger gegen Ende des Krieges von den Deutschen zunächst entschärft und dann unter der Brücke abgelegt worden ist. Er sollte dann womöglich mit Hilfe einer Zündschnur hochgejagt werden, um die Brücke zu zerstören und so den Vormarsch der Amerikaner zu behindern. Diesen Schluss lasse auch die im November gefundene Bombe zu, deren Zünder ebenfalls gefehlt hätten. Laut Morgenthal war eine solche Verwendung von Bomben-Blindgängern damals durchaus üblich.

Ansonsten gelten die Brücke und die Umgebung nicht als sogenannte Bomben-Verdachtsfläche, weil sie kein klassisches Ziel von Luftangriffen gewesen seien. "Bomben-Verdachtsflächen liegen in Ammendorf weiter stadteinwärts und an der B 91 in Richtung ehemalige Buna-Werke", sagt Morgenthal. Der Experte hat die Bombe am frühen Nachmittag abtransportieren lassen. Sie wird in einem Spezialbetrieb bei Gardelegen zerlegt.

Laut Polizeireviersprecherin Anja Koppsieker konnte auch die Bombe vom November schon nach einer Stunde weggebracht werden. Dass die Öffentlichkeit damals nicht über den Fund informiert worden war, begründet sie so: "Es hat doch keine Gefahr bestanden."

Laut Morgenthal ist es unterdessen denkbar, dass an der Elster weitere Bomben lagern. Und die dortige ist offenbar nicht die einzige Brücke in Halle, die im Krieg von den eigenen Leuten mit Hilfe amerikanischer Blindgänger gesprengt werden sollte: So seien auch beim Abriss der alten Elisabethbrücke Mitte der 1970er Jahre mehrere Sprengkörper ohne Zünder entdeckt worden.

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