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Halle: Probelauf auf rotem Teppich

Uhr | Aktualisiert 08.02.2012 15:02 Uhr
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Gute Stimmung

Gute Stimmung: Benno Fürmann (2.v.r.) mit den halleschen Produzenten Marc-Daniel Dichant, Steffen Reuter und Leander Carell (FOTO: GÜNTER BAUER)

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Trotz kurzfristiger Ortsverlegung werden die halleschen Produzenten des Oscar-Kandidaten "In Darkness" in Leipzig gefeiert.
Halle (Saale)/Leipzig/MZ. 

Die Hiobsbotschaft kommt kurz nach Mittag: Im Leipziger Kino Schauburg ist die Heizung ausgefallen. Nur fünf Stunden später sollte dort am Dienstag die Gala-Premiere des Oscar-Kandidaten "In Darkness" über die Bühne gehen. Für dessen Produzenten Marc-Daniel Dichant, Steffen Reuter , Leander Carell und Patrick Knippel von der halleschen Filmfirma "Schmidtz Katze Filmkollektiv" heißt der plötzliche Kino-Ausfall: Arbeit. Doch Dichant bleibt gelassen: "Bei der Produktion des Films mussten wir so viele Probleme bewältigen, da regt uns sowas nicht mehr auf." Zusammen mit dem Verleih verlegen die Hallenser die Premiere ins CineStar am Petersbogen, informieren etliche der 250 geladene Gäste, organisieren Shuttle-Busse.

Bei Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) kommt die Info zwar nicht an, weshalb sie erst vor dem falschen Kino steht, dennoch kommt auch sie noch rechtzeitig. Und so schreiten die Produzenten aus Halle am Abend ganz locker mit Regisseurin Agnieszka Holland und den Darstellern Robert Wieckiewicz, Benno Fürmann und Maria Schrader über den roten Teppich. Wie fühlt sich das an? "Weich", meint Carell lachend. Nur einen Tag nach der DeutschlandPremiere in Berlin feiert auch das Publikum in Leipzig den Film über die wahre Geschichte des Polen Leopold Socha, der 1943 jüdische Flüchtlinge in der Kanalisation von Lvov versteckt, mit viel Beifall.

Begeisterung, Glückwunsch-Mails, Interviews - seit drei Wochen geht das nun schon so, seit "In Darkness" für den Oscar nominiert wurde. "Vor allem in der Region ist das Interesse riesig", erzählt Steffen Reuter, Geschäftsführer von "Schmidtz Katze". Rund hundert Komparsen stammen aus der Region Halle-Leipzig, wo auch viele Szenen entstanden. "Doch das Überraschendste für mich ist, dass der Film in Polen auf Platz eins steht - obwohl er ja nun kein Mainstream-Kino ist."

Wer die Mitglieder des Filmteams an diesem Abend beobachtet, erlebt eine große Familie. Regisseurin Agnieszka Holland lobt die halleschen Produzenten als "jung, frisch und sehr engagiert". Schauspieler Benno Fürmann, der für den Streifen Polnischstunden nehmen musste, meint: "Wir sind zusammen durch den Schlamm gegangen - also wenn das nicht verbindet!" Und kann kaum glauben, wie das Team von "Schmidtz Katze" diesen "unter teils chaotischen Bedingungen gedrehten Film" zum Erfolg gebracht hat.

In 18 Tagen könnte die Erfolgsstory in Los Angeles gekrönt werden. Die Produzenten fliegen auf jeden Fall zur Oscar-Verleihung. Ob einer von ihnen auch im Kodak-Theatre sitzen wird, ist ungewiss. Es gibt für die Crew nur vier Plätze. Vergeben sind zwei davon - für Regisseurin Holland und für Zeitzeugin Krystina Chiger, die als Kind in Lvov gerettet wurde und nun die Leipziger Premiere miterlebt. Doch werde man in L.A. eine eigene Party geben, so Dichant. Zwei Wochen will das Quartett in Hollywood verbringen. "Eine Woche Arbeit, eine Woche Urlaub", sagt Carell. Denn durch die Nominierung würden sich viele Türen öffnen, die sonst schwer einzurennen seien.

Auch mit Wim Wenders, dessen Film "Pina" ebenfalls nominiert ist, werde man sich treffen. Die ganze Oscar-Woche sei ja voller Partys. Wie trinkfest muss man da sein? "Ach, zwischendurch ein Glas Wasser, dann geht das schon." Und aufgetreten wird natürlich im Smoking. Peters hat sich extra einen anfertigen lassen. "Endlich hatte ich einen Anlass", scherzt er. Mit was für einer Fliege? "Ganz klassisch - wie James Bond!" Als Dichant das hört, wird er plötzlich unruhig. "Ich habe nämlich noch keinen Smoking." Wegen der Kürze der Zeit werde es nun wohl nur einer von der Stange.

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