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Halle: In Neustadt ist ein Feuerteufel unterwegs

Uhr | Aktualisiert 08.11.2012 17:32 Uhr
Der sanierte Elfgeschosser in der Muldestraße: Von außen zeugen nur die geöffneten Fenster, über die die verqualmten und teils verrußten Hausflure belüftet werden, von dem Brand.   (BILD: GÜNTER BAUER/Archiv)
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Nachdem am Dienstagabend in einem Elfgeschosser in der Muldestraße in Neustadt ein Feuer gelegt wurde, hat es am Mittwochabend wieder gebrannt - im Nachbarhaus.
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Halle (Saale)/MZ. 

Angst und Schrecken verbreitet ein Feuerteufel in Neustadt. Nachdem Dienstagabend im Elfgeschosser in der Muldesstraße 2 Feuer gelegt wurde, hat es in dieser Nacht wieder gebrannt. Diesmal in der Muldestraße 4. Den ersten Alarm gab es 21.35 Uhr, den nächsten um 23.17 Uhr. Der Täter geht dabei offenbar immer nach dem gleichen Muster vor. Er zündet Kinderwagen an, die vor den Wohnungen abgestellt sind. Während bei dem Feuer am Dienstagabend Menschen durch Rauchvergiftungen verletzt wurden, kam am Mittowch nach ersten Angaben der Feuerwehr niemand zu Schaden. Allerdings dauerte der Einsatz bei Redaktionsschluss noch an. Wieder mussten Bewohner wegen des Rauchs nachts ihre Wohnungen verlassen.

So, wie tags zuvor schon die der Muldestraße 2. Das Haus war am Mittwoch zum Geisterhaus für einen Tag geworden: Nach dem Brand mussten alle Mieter erst einmal ausziehen. Ein drei Monate altes Baby und vier weitere Hausbewohner wurden wegen Atemproblemen ins Krankenhaus gebracht. Ihnen geht es wieder besser, der Säugling muss noch in der Klinik bleiben.

Äußerlich deutete am Mittwoch an dem erst vor wenigen Jahren sanierten Hochhaus kaum etwas auf den Brandanschlag hin. Allerdings fielen mehrere geöffnete Fenster in den oberen Geschossen auf: Über sie wurden die verqualmten und teils stark verrußten Treppenhäuser belüftet. Das Feuer war am Dienstag gegen 20 Uhr gemeldet worden. Laut Polizei standen im dritten und sechsten Geschoss insgesamt sieben abgestellte Kinderwagen in Flammen. Offensichtlich waren diese angezündet worden. Deshalb ermittelt die Polizei seit Mittwoch wegen schwerer Brandstiftung. Hinweise auf die oder den Urheber der Feuer gibt es noch nicht. Für die meisten Hausbewohner ist es dennoch glimpflich ausgegangen. Über den Gesundheitszustand des Babys allerdings gab es am Mittwoch keine genauen Angaben.

Laut Thordis Eckhardt, Sprecherin des Vermieters WVB Centuria (Berlin), sind im Laufe des gestrigen Tages beschädigte Elektroleitungen repariert worden. Auch der Fahrstuhl sei auf seine Funktionstüchtigkeit untersucht und wieder in Betrieb genommen worden. Zudem habe ein Versicherungsfachmann das Haus bereits begutachtet. Hauptsächlich geht es dabei auch um die Verschmutzung von Treppenhäusern und Fensterscheiben durch den Ruß. Eine erste Schadensschätzung konnte die Vermietungsfirma jedoch nicht vornehmen. Einige der von der Ausquartierung betroffenen 25 Mieter waren derweil bei Verwandten und Bekannten untergekommen. Zwölf von ihnen fanden in Hotels eine Ersatzunterkunft. „Für die Kosten kommt die WVB Centuria auf“, so Eckhardt.

Bei den Mietern und ihren Angehörigen sitzt der Schrecken noch tief. Die 46-jährige Doris Paff war am Brandabend zu Besuch bei ihrer Mutter, die im zehnten Stock des Hochhauses wohnt. „Wir waren in der Wohnung eingeschlossen. Die ganze Bude war blau vor lauter Qualm. Wir konnten erst gegen 23.30 Uhr die Wohnung verlassen“, berichtete sie. „Wenn man dort oben ist und nicht raus kann, da hat man nur Angst“, sagte Paff. Auch Mieter Maik Kastel stand Mittwoch lange vor dem verschlossenen Hauseingang. Dass Brandstiftung im Spiel gewesen sein könnte, macht den 37-Jährigen fassungslos. „Es gibt immer wieder solche Verrückten.“

Die Mieter durften am Mittwoch ab 19.30 Uhr wieder in ihre Wohnungen zurück. Einige werden ihr Verhalten ändern müssen: Eckhardt zufolge ist das Abstellen von Kinderwagen in den Fluren nicht erlaubt. „Dafür ist extra eine Abstellmöglichkeit im Erdgeschoss eingerichtet worden“, sagte sie. Auf diese Weise soll auch Brandstiftungen entgegengewirkt werden.

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