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Halle: Hafen-Investoren auf Charme-Kurs

Uhr | Aktualisiert 26.11.2012 22:22 Uhr
Altreifen fallen massenweise an. Die Firma Pyrolytech will sie mit einer neuen Anlage im Hafen verwerten. (FOTO: ARCHIV) 
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Weiter gibt es Streit um den geplanten Altreifen-Verwertungsbetrieb im Hafen Halle: Die Bauherren wollen Anwohnern den Besuch einer Testanlage ermöglichen. Die Kritiker bleiben skeptisch.
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Halle (Saale)/MZ. 

Ende 2009 wurde der erste Spatenstich vollzogen. Sogar Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) sowie der damalige Wirtschaftsminister und heutige Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) kamen zur Zeremonie. Dennoch ist von der geplanten, aber umstrittenen Altreifen-Verwertungsanlage im Hafen in Halle-Trotha nach wie vor nichts zu sehen. Auch ein Ende der Dispute mit Anwohnern ist nicht in Sicht. Jetzt gehen die Investoren auf ihre Kritiker zu. Mit einem Besuch einer Testanlage in den Niederlanden sollen die Vorbehalte beseitigt werden.

"Ein Besuch wird möglich sein. Das haben uns die Betreiber der Testanlage zugesagt", sagte Florian Herzog, der Chef der Firma Pyrolytech. Anfang 2013 könnte es soweit sein. Pyrolytech will die 20 Millionen Euro teure und mit 30 Prozent öffentlich geförderte Anlage im Hafen errichten. Der Betrieb soll baugleich mit dem in den Niederlanden sein und laut Herzog einmal rund 20 000 Tonnen Altreifengranulat thermisch in Ruß und Öl umwandeln ("Pyrolyse"). Ruß kann bei der Herstellung neuer Reifen wiederverwendet werden.

Unweit vom geplanten Standort liegt am anderen Ufer der Saale der Stadtteil Kröllwitz. Herzogs Angebot richtet sich an mehrere Anwohner, die die Anlage unter anderem wegen befürchteter Belastungen durch Umweltgifte wie Dioxin ablehnen. Und an Gerhard Kotte - der 74-jährige Verfahrens-Chemiker aus Heide-Süd berät die Kritiker. "Ein Besuch würde mich sehr wundern, weil ich bezweifle, dass es diese Anlage wirklich gibt", so Kotte. Ihm zufolge sei die angegebene Verfahrensweise zur Verwertung der Altreifen technologisch nicht umsetzbar. Zudem sei unklar, was mit den in Altreifen enthaltenen Bestandteilen Schwefel, Arsen und Quecksilber geschehen soll. Auch Landtagsabgeordneter Dietmar Weihrich (Grüne), der zu den schärfsten Kritikern der Investition zählt, bleibt skeptisch. "Zur Finanzierung und zu der Technologie gibt es einfach noch zu viele Ungereimtheiten", sagte Weihrich. Er bezweifele, dass die Fördermittel in dem Projekt gut angelegt seien.

Laut Herzog könnte im Sommer 2013 der Baustart erfolgen. Das hängt aber nicht zuletzt vom Ausgang eines Verwaltungsgerichts-Verfahrens ab. Dort waren zwar jüngst mehrere Anwohner mit ihren Klagen gegen die Baugenehmigung gescheitert. Offen ist aber, ob sie Berufung einlegen. "Die schriftliche Urteilsbegründung liegt noch nicht vor. Erst dann entscheiden wir", sagte Rechtsanwalt Axel-Christian Maier, der mehrere Kläger vertritt.

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