l

Halle/Saalekreis
Nachrichten, Bilder, Videos, Services, Wetter aus Halle und dem Saalekreis mit Teutschenthal, Kabelsketal, Landsberg, Götschetal, Lieskau und der ganzen Region.

Vorlesen

Halle: Energiewende setzt hallesche Kraftwerke unter Druck

Uhr | Aktualisiert 23.12.2012 21:07 Uhr
Das Kraftwerk in Trotha (FOTO: MEINICKE) 
Von
Seit in Deutschland Ökostrom der Vorzug gegeben wird, ist das Gas-Kraftwerk in Halle-Trotha in Schwierigkeiten. Dabei arbeitet es umweltfreundlich.
Drucken per Mail
Halle (Saale)/MZ. 

Die Energiewende in Deutschland hat Folgen für die halleschen Kraftwerke. Da es ein Überangebot an Ökostrom gibt, bekommen die hiesigen Stromproduzenten weniger Geld dafür, ihre Energie ins Netz einzuspeisen - die Gewinne werden kleiner. Die Kraftwerke in der Saalestadt geraten deshalb wirtschaftlich immer mehr unter Druck. Besonders betroffen ist nach MZ-Informationen das Kraftwerk Trotha, das erst im letzten Jahr für rund 23,5 Millionen Euro modernisiert worden ist. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hatte sich bereits zu einer Sondersitzung getroffen, um über die Zukunft des Kraftwerks zu beraten. In dessen Betreibergesellschaft teilen sich die Stadtwerke und die Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) die Anteile. Zwar steht das Werk laut Stadtwerke-Chef Matthias Lux nicht zur Disposition - es mache weiter Gewinne. Doch wird mit der VNG verhandelt, wie die veränderte wirtschaftliche Situation aufgefangen werden soll. Offenbar muss man schnell handeln.

In beiden halleschen Kraftwerken, Dieselstraße und Trotha, wird aus Gas Strom und Wärme gewonnen. Diese sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung mit einem Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent zählt zu den umweltfreundlichsten konventionellen Energieerzeugungsarten.

Während das Geschäft mit der Wärme weiter gute Gewinne abwirft, ist jedoch das Stromgeschäft rückläufig. Grund ist die Energiewende in Deutschland: Sie führt zu sinkenden Marktpreisen für Strom, weil einerseits die Strommenge aus erneuerbaren Quellen steigt und Vorrang bei der Einspeisung hat und andererseits Atom- und CO2-intensive Kohlekraftwerke vergleichsweise billig produzieren können - und weiter am Netz sind.

"Es tritt etwas ein, was politisch eigentlich nicht gewollt ist", sagt Matthias Lux. Die Wirtschaftlichkeit von Gaskraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung sinkt erheblich. Das trifft auch die Stadtwerke, die den Großteil ihres Stroms und die gesamte Fernwärme in Halle mit den beiden Kraftwerken Dieselstraße und Trotha produzieren. Wie lange das noch so ist, hängt auch davon ab, wie die Bundesregierung die Energiewende weiter gestaltet. Bis dahin bleibt die Situation am Kraftwerk Trotha kompliziert, nicht nur, weil es kleiner als das Kraftwerk Dieselstraße ist und damit die Gewinneinbrüche bei Strom nur in kleinerem Maße aus dem Fernwärmegeschäft abgefedert werden können. Jeder Schritt muss auch mit dem Mitbetreiber VNG abgestimmt werden. Verschiedene Lösungen liegen derzeit auf dem Tisch, auch eine Reduzierung des Betriebs, um Turbinen-Restlaufzeit zu sparen. Unter eventuell veränderten Rahmenbedingungen könnte sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder öfter, weil profitabler, betrieben werden.

Ganz gleich wie die Lösung am Ende aussieht: Die Versorgung mit Fernwärme in Halle ist, so Lux, nicht in Gefahr, das Kraftwerk bleibt betriebsbereit. "Die Hallenser brauchen sich keine Sorgen machen."

Auch interessant
Videos
Protokolle des Stadtrates
Sitzung des Stadtrates Halle

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet live von den Sitzungen des halleschen Stadtrates.

Soll es weitere "Zorn"-Folgen im Fernsehen geben?

Der erste Fall des Kommissaren-Duos Zorn und Schröder ist über die Fernsehbildschirme gelaufen. Sollte es weitere "Zorn"-Verfilmungen geben?

Lokalsport Halle/Saalekreis
E-Paper
Mitteldeutsche Zeitung Titelblatt

Lesen Sie Ihre Mitteldeutsche Zeitung online und auf dem iPad/iPhone. So sind Sie jederzeit aktuell informiert.

Lokalredaktion Halle - Wir sind für Sie da!
Delitzscher Straße 65
06112 Halle
Tel.: (03 45) 5 65 45 00
Fax: (03 45) 5 65 45 20
E-Mail: saalekurier@mz-web.de
MZ Halle bei Twitter
MZ Halle bei Facebook
zum Kontaktformular