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Autobahn A14: Schmiere, die Zweite

Uhr | Aktualisiert 09.09.2010 22:20 Uhr
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Stau auf der A14

Erneut hat sich auf der A14 bei Löbejün Stau gebildet. (FOTO: JAN MÖBIUS)

Die Strecke bei Halle musste erneut gereinigt und gesperrt werden. Jetzt soll ein Zusatzschild die Autofahrer warnen. Die Polizei kontrolliert.
HALLE/MZ. 

Ein wenig mutet die Situation an wie in der preisgekrönten US-Komödie "Und täglich grüßt das Murmeltier", in der Wetterfrosch Phil Connors alptraumhaft immer wieder den gleichen Tag durchlebt. Morgens geht das Radio an, der Verkehrsfunk läuft - und die A 14 bei Halle ist gesperrt. Doch wer am Donnerstag in erster Verblüffung mutmaßte, da würde versehentlich die Nachricht vom Vortag verlesen, irrte: Am zweiten Tag in Folge musste die Fahrbahn gereinigt werden, nachdem Autofahrer im Baustellenbereich über die eigentlich gesperrte Fahrspur gefahren waren und einen dort aufgetragenen schmierigen Spezial-Belag mit ihren Reifen weiter auf den freien Bereich geschleppt hatten.

Unglücks-Lkw ausgewichen

Dieses Mal waren sie einem Lkw ausgewichen, der aus unbekannter Ursache gegen 4.45 Uhr im Baustellenbereich verunglückt war und die freie Spur blockiert hatte. Zur Bergung des Lkw und der Reinigung der Fahrbahn blieb die A 14 in Richtung Dresden bis 10.15 Uhr gesperrt. Erst am Vortag war sie für eine aufwendige Spezialreinigung zehn Stunden lang dicht, nachdem ein Lkw-Fahrer Sperrbaken für sein überbreites Fahrzeug zur Seite geschoben hatte und Autofahrer ihm über die gesperrte Spur ausgewichen waren.

Die Verlockung für genervte - und über die Vortagsprobleme im Zweifel nicht informierte - Autofahrer ist offenbar groß: eine gesperrte Spur, auf der zunächst kein Hindernis und nur schwerlich der schmierige Belag und vor allem dessen Folgen erkennbar sind. Nach erstem Zögern kündigte das Verkehrsministerium nun am Donnerstag an, ein Extra-Schild aufzustellen, das Autofahrer vor der mit Leinölfirnis behandelten gesperrten Spur warnt. "Das wird kurzfristig passieren", so Sprecher Harald Kreibich. Zudem sei die schrittweise Tempobegrenzung im Vorfeld der Baustelle ausgedehnt worden, um den Verkehr zu beruhigen und weiteren Unfällen vorzubeugen, die die A 14 blockieren. Im Baustellenbereich selbst herrscht wegen noch bestehender Schleudergefahr Tempo 40. Das Innenministerium kündigte in Absprache mit dem Verkehrsminister zudem an, verschärft zu kontrollieren. "Auch darauf wird per Schild hingewiesen", so Kreibich.

Eine Woche Trockenzeit

Noch ist der Anfang der Woche aufgetragene Leinölfirnis zur Bekämpfung des so genannten Betonkrebses auf der gesperrten Spur nicht komplett eingezogen und getrocknet. "Das dauert rund eine Woche, je nach Temperatur und Sonneneinstrahlung", so Kreibich. Trotz eines noch laufenden Versuches mit acht verschiedenen Bekämpfungsmethoden auf der A 14 bei Könnern würden sich Fachleute von diesem Belag derzeit am meisten versprechen. Zwischen Löbejün und Halle-Trotha werde er vorsorglich aufgebracht, weil es partiell Schäden gebe, die auf die Entstehung von Betonkrebs hindeuten - nachgewiesen sei er nicht.

Eine konsequentere Absperrung der Spur lehnt das Ministerium aus Kostengründen ab. Allein die Verkürzung des Bakenabstandes von 18 auf zwei Meter würde 150 000 Euro kosten, so Kreibich. Leitplanken, wie sie zur Abgrenzung vom Gegenverkehr eingesetzt werden, seien noch teurer. "Es ist nicht akzeptabel, einen so hohen Kostenaufwand zu betreiben, nur um Fehlverhalten einzelner Kraftfahrer auszuschließen", so der Sprecher. Nach Ansicht des ADAC lässt sich das "sehr spezielle" Problem am ehesten mit Personaleinsatz beheben. Primär sei die Polizei gefragt, so Sprecher Christoph Hecht. Eine Pflicht zum Extra-Warnschild vor Belag im gesperrten Bereich bestehe nicht.

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