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3. Liga: HFC kämpft um Klassenerhalt

Uhr | Aktualisiert 29.01.2013 22:10 Uhr
Mit vier vielversprechenden Neuzugängen, aber ohne seinen Kapitän startet Fußball-Drittligist Hallescher FC in die entscheidende Phase des Abenteuers Klassenverbleib. (ARCHIVFOTO: ANDREAS LÖFFLER) 
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Der Hallesche FC steckt tief im Abstiegskampf der dritten Liga. Nach dem jüngsten 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers tritt die Mannschaft von Trainer Sven Köhler weiter auf der Stelle. Nur noch 15 Spiele lang hat der Aufsteiger die Gelegenheit, das Saisonziel Klassenerhalt in Liga drei zu schaffen.
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Halle (Saale)/MZ. 

"Und weil es dazu keine Alternative gibt, haben wir keine Mühen gescheut, um die Voraussetzungen dafür auch zu schaffen", sagt Vereinspräsident Michael Schädlich. Dafür wich er auch von seiner jahrelangen Strategie ab, ja kein finanzielles Loch aufzureißen.

Er und seine Mitstreiter haben in den letzten Monaten des alten Jahres und in der Winterpause viele Klinken geputzt. Sie sind von einem wichtigen Sponsor zum nächsten gelaufen, um ihn für zusätzliches Geld beim Unternehmen Klassenerhalt ins Boot zu holen. Anscheinend haben viele Geldgeber die Bitte erhört und zugelegt. Die Ochsentour hat sich gelohnt.



Der HFC konnte in der Winterpause gleich fünf neue Spieler verpflichten, mit denen das Saisonziel zu schaffen ist. Und dabei hat er seinen 3,2-Millionen-Etat, der ausschließlich für das Drittliga-Team zur Verfügung steht, zwar überzogen, aber nicht maßlos. "Wir gehen mit Zustimmung und Hilfe unserer Sponsoren ein kalkuliertes Risiko ein. Das war aber nur möglich, weil wir zum 31. Dezember letzten Jahres eine Punktlandung mit einem ausgeglichenen Haushalt rund um die drei Millionen Euro sowohl bei Einnahmen wie Ausgaben hinbekommen haben", sagt Schädlich.

Planstelle seit Sommer unbesetzt

Auch das war ein Kraftakt. Erst im Dezember 2012 hatte der Vereinschef der Mitgliederversammlung berichtet, dass der HFC das Wirtschaftsjahr, das immer vom Juli des Vorjahres bis zum Juni des laufenden Jahres zählt, mit einem Minus von 257 000 Euro abgeschlossen hat. Das wurde bis zum Jahresende ausgeglichen. Doch mit den Einstellungen von Björn Ziegenbein, Daniel Ziebig, Kristian Kojola, Timo Furuholm und Tino Leistner ging der Verein auch wieder neue Verpflichtungen ein. Genau das meint Schädlich mit kalkuliertem Risiko und rechnet vor. "Eine Planstelle im Kader war seit dem Sommer ohnehin unbesetzt. Die bekam Ziegenbein. Patrick Mouaya, der nach seiner Langzeitverletzung von der Berufsgenossenschaft abgesichert wird und so nicht mehr auf unserer Gehaltsliste steht, haben wir eins zu eins durch Kojola ersetzt. Wir haben zudem Ziebig, Leistner und Furuholm ausgeliehen, weil das finanziell günstiger ist, als eine Verpflichtung. Da jeweils beide Vereine an diesem Deal interessiert waren, stehen sie zunächst auch gemeinsam in der Verantwortung. Das kostet erst richtiges Geld, wenn wir die Spieler im Sommer übernehmen sollten", so Schädlich.

Die Ausleihen schlagen moderat zu Buche, da Pierre Becken wie Mouaya bis zum Saisonende ein Krankenkassen-Fall ist. Mit dem Weggang von Telmo Teixeira-Rebelo zum 1. FC Magdeburg und Andis Shala zum FC Carl Zeiss Jena wurden zwei Planstellen freigeräumt. Auch wegen des eingesparten Auslands-Trainingslagers in der Türkei sind einige Euro in der Klubkasse verblieben. "Wenn wir sportlich den Klassenerhalt schaffen und unser Zuschauerschnitt von 7 600 nicht wegen ausbleibender Leistungen des Teams einbricht, haben wir alles richtig gemacht", sagt Schädlich. "Der Verein ist nicht in seiner Existenz gefährdet."

Schädlich bleibt auch bei Abstieg

Mit einem Plan B beschäftigt sich der HFC-Präsident derzeit noch nicht. Kein Wunder, dann würde er ja auch alle Maßnahmen gleich wieder in Frage stellen. Aber Schädlich, der seit mehr als zehn Jahren Präsident des HFC ist, steht zu seiner Verantwortung: "Ich bin gerade für zwei Jahre als Präsident wiedergewählt worden und versichere, dass ich auch im schlimmsten Fall bleibe und beim HFC weiter Fußball gespielt wird." Sicher zu ganz anderen finanziellen Konditionen, nur noch mit einem kleinen Teil des jetzigen Kaders und jungen Spielern aus der Oberliga. Schließlich ist die Regionalliga nicht mehr mit jener vergleichbar, aus welcher der HFC kam.

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