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3. Liga: Hallescher FC verliert Heimspiel mit 0:2

Uhr | Aktualisiert 10.12.2012 11:25 Uhr
Koen van der Biezen (l.) machte in der 55. Minute das 2:0. (FOTO: STEFAN RÖHRIG) 
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Auch im letzten Drittliga-Heimspiel des Jahres blieb der Hallesche FC ohne Punkte. Vor 6.162 Zuschauern im Erdgas-Sportpark unterlag der Aufsteiger dem Karlsruher SC 0:2 (0:1).
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Halle (Saale)/MZ. 

Es war eine einzelne Möwe, die während der Partie des Halleschen FC gegen den Karlsruher SC am Samstag die richtige Einschätzung traf. In der 75. Minute setzte sie sich in einer Spielunterbrechung kurz auf den kalten Rasen des Erdgas Sportparks, flog dann wieder auf und zog ihre einsamen Runden. Man hätte fast meinen können, sie habe bei ihrer Stippvisite beim Stand von 2:0 für den KSC den Eindruck gewonnen: Hier geht nichts mehr.

Und so war es dann auch. Fast schon gönnerhaft fiel im Anschluss das Lob des Gäste-Trainers Markus Kauczinski aus: "Der Hallesche FC hat uns gut beschäftigt und uns alles abverlangt."

Trotz der Heimniederlage: Wirklich vorzuwerfen hatten sich die Rot-Weißen nichts. Es gastierte ein Gegner im heimischen Stadion, der technisch, taktisch und spielerisch einfach eine Klasse besser war als der Aufsteiger. Und der das Glück des ersten und frühen Treffers in der 13. Minute hatte.

Doch dieses Glück brachte nicht nur die Spieler des Halleschen FC regelrecht auf die Palme. Denn dem Freistoßtreffer durch Hakan Calhanoglu, dem Spezialisten des KSC, ging ein umstrittener Pfiff des Bundesliga-Schiedsrichters Peter Gagelmann voraus. "Ich soll geschoben haben", erklärte Übeltäter Pierre Becken. Sein Grinsen dabei verriet Galgenhumor. Beim Schuss selbst war HFC-Schlussmann Darko Horvat noch am Ball, konnte ihn aber nicht entscheidend ablenken.

Auch über die Entstehung des 2:0 in der 55. Minute, erzielt durch Stürmer Koen van der Biezen, wurde in den Katakomben heftig diskutiert. Wieder stand Becken im Mittelpunkt. "Wir schieben uns vorher beide", schilderte der Verteidiger. "Aber der Stürmer tritt mir klar in die Hacken. Das war eindeutig ein Freistoß und hätte nicht weiterlaufen dürfen."

Doch ein Pfiff durch Gagelmann blieb aus. Van der Biezen verwertete den exzellenten hohen Pass von Dennis Kempe über das halbe Spielfeld überlegt und abgezockt. Torwart Horvat war chancenlos.

Der Chor der Entrüsteten über die gefühlten Fehler des Schiedsrichters wuchs später. Rechtsverteidiger Sören Eismann empörte sich: "Ich denke, wir haben zwei Gegentore durch zwei Fehlentscheidungen kassiert." Und auch HFC-Präsident Michael Schädlich zeigte sich ungewohnt kritisch: "Ich bin nicht der Typ, der Schiedsrichter angreift, aber das waren schwache Entscheidungen. Herr Gagelmann mag ein toller Schiedsrichter sein. Heute war er es bestimmt nicht."

Gagelmanns Linie ließ teilweise tatsächlich die nötige Konsequenz vermissen, insbesondere bei der (Nicht-)Vergabe von Gelben Karten. HFC-Trainer Sven Köhler wollte sich dennoch auf die Diskussion nicht einlassen. "Ich weiß nicht, ob es ein Foul war", erklärte er zum Zweikampf vor dem zweiten Gegentor. "Wenn ja, wäre es schade."

Viel wichtiger war dem Trainer aber sein Fazit zum Gesamtbild: "Wir haben hier den Unterschied gesehen zwischen einer Topmannschaft und einer Mannschaft, die um den Klassenerhalt kämpft. Es sah einfach alles filigraner aus bei Karlsruhe."

So entschärfte Köhler jedwede Schiedsrichter-Diskussion. Es bringe nichts, darüber zu philosophieren. "Karlsruhe hätte uns vielleicht auch ohne die Tore geschlagen." Was er mit dem skurril anmutenden Satz meinte: Wären die beiden umstrittenen Tore nicht gefallen, hätte der KSC früher oder später auf anderem Weg Treffer erzielt.

Lediglich in den ersten zehn Minuten hatte es der HFC nämlich geschafft, den Gegner zu beeindrucken. Der unglückliche Becken hatte bereits in der zweiten Minute die Führung auf dem Kopf, der Ball ging knapp vorbei.

Das Bemühen ein frühes Gegentor zu verhindern, blieb Wunschdenken. Halles anfängliche Drangphase war schnell beendet. "Der eine oder andere hat angefangen zu zweifeln", meinte Coach Köhler.

Dennoch kämpften seine Spieler weiter, rieben sich vor allem in der zweiten Hälfte auf. Der KSC ließ sie mit der Führung im Rücken weitgehend gewähren, und so kam die hallesche Offensive noch zu ein paar aussichtsreichen Aktionen. "Aber wenn man Karlsruhe noch mehr beeindrucken will, muss man eine der Aktionen auch mal konsequent zu Ende führen", bemerkte Köhler. Weder ein Sololauf von Dennis Mast (62.), der anstatt mit rechts abzuschließen einen Pass bevorzugte, noch Kapitän Marco Hartmanns Kopfball vier Minuten vor Schluss brachten einen Ehrentreffer ein. Die größte Chance hatte Toni Lindenhahn, sein Schuss von der Strafraumgrenze wurde aber in höchster Not knapp neben das Tor abgefälscht.

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