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3. Liga: Bitteres Jahresende für den HFC

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 20:25 Uhr
Der Hallenser Sören Eismann (vorn) im Zweikampf mit dem Erfurter Dominick Drexler. (FOTO: WORBSER) 
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Der Hallesche FC hat das letzte Pflichtspiel im Jahr 2012 verloren. Gegen Rot-Weiß Erfurt unterlagen die Hallenser mit 2:1. Da das Spiel Dortmund II gegen Aachen abgesagt wurde, überwintert der HFC auf einem Nichtabstiegsplatz.
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ERFURT/MZ. 

Unten in den Katakomben war Darko Horvat irgendwann nicht mehr danach zumute, um den heißen Brei herumzureden. Der Torwart des Halleschen FC hatte nach der 1:2-Niederlage am Sonnabend bei Rot-Weiß Erfurt keine Lust auf Nettigkeiten. Also stand der 39-jährige Kroate vor den Umkleiden im Steigerwaldstadion und spielte etwas ratlos mit seinen Handschuhen. Ob er sich denn wenigsten ein bisschen für den HFC-Torschützen Michael Preuß freuen könne, wurde er gefragt. Über dessen Joker-Tor zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung keine drei Minuten nach seiner Einwechslung. "Nein! Ich freue mich nicht für ihn", platzte es aus Horvat heraus. Und er klang ungewohnt barsch: "Wir haben verloren. Wir haben es wieder mal nicht geschafft, eine Führung zu verteidigen."

Kein Lob, keine schützenden Äußerungen. Horvats Ärger steigerte sich sogar noch in seiner Analyse der Niederlage vor 4 984 Zuschauern. "Uns haben mal wieder zwei Fehler gereicht, um mit nichts in den Händen nach Hause zu fahren." Dann fielen die Namen Sören Eismann und Pierre Becken.

Vor allem Rechtsverteidiger Eismann war sich seiner Schuld sogar bewusst. Er schlurfte sichtlich niedergeschlagen in Richtung Mannschaftsbus. Sein hartes Einsteigen im eigenen Strafraum gegen Erfurts Dominick Drexler hatte erst zum Ausgleich durch das Elfmetertor von Nils Pfingsten-Reddig (80. Minute) geführt und in der Folge zu einem wahren Sturmlauf der Thüringer. Sein als Notbremse eingestuftes Foul wurde zudem mit einer Roten Karte durch Schiedsrichter Markus Schmidt geahndet.

Zwar versuchte Eismann, seinen Fehler zu relativieren. "Wenn ich nicht reingehe, dann schießt Drexler 1 000-prozentig. Er hat mir gesagt, dass ich ihn gar nicht getroffen habe. Er hätte den Elfmeter nicht gegeben." Doch der HFC-Verteidiger wusste, dass seine Aktion das Team auf die Verliererstraße gebracht hatte. "Es tut mir unglaublich leid für die Mannschaft. Und es tut mir auch leid für mich."

Doch das änderte nichts daran, dass es Kritik hagelte von den Teamkollegen. "Sören muss einfach nur vor ihm bleiben", kritisierte Torwart Horvat. "Das war dumm und übermotiviert." Und Torschütze Preuß hätte es lieber gesehen, Eismann hätte Drexler in der Situation "nur gestört oder wäre einfach stehen geblieben. Den hätte man nicht unbedingt umhauen müssen, aber ich bin kein Verteidiger."

Wenn es denn ein Trost war: Am Ende dieses Keller-Derbys der dritten Liga war Eismann nicht mehr allein in der Kritik. Zu ihm gesellte sich Innenverteidiger Pierre Becken. Der hatte vor der entscheidenden Ecke in der 91. Minute, als Erfurts Joker Aykut Öztürk das entscheidende 2:1 schoss, einen langen Ball unnötig ins Toraus geklärt. Sehr zum Ärger von Darko Horvat: "Ich habe ihm zugerufen: ,Ich gehe raus‘."

In diese Kritik stimmte sogar Trainer Sven Köhler ein, als er später analysierte: "Da wurde ein Ball genommen, den man auch dem Torhüter lassen kann." Die Mannschaft habe doch gewusst, dass Erfurt bei Standards gefährlich sei. Als Manko seiner Spieler, insbesondere in diesen beiden entscheidenden Momenten, erkannte er: "Du musst in schwierigen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen. Nicht wenn du 3:0 führst."

Durch die Niederlage im letzten Spiel vor der Winterpause rutschte der Hallesche FC auf den 16. Tabellenrang, zwei Plätze und drei Punkte vor der Abstiegszone. Allerdings haben alle Teams hinter den Hallensern ein, Alemannia Aachen sogar zwei Spiele weniger bestritten.

So stand eine Niederlage zu Buche, die fast übersehen ließ, dass die Partie in Erfurt mit dem Debüt von Neuzugang Björn Ziegenbein und dem artistischen Drehschuss von Michael Preuß zur zwischenzeitlichen Führung (75.) durchaus Hoffnung auf künftige Besserung zuließ. "Weihnachten wird in Halle trotzdem stattfinden", sagte Trainer Köhler süffisant. Und nach den Feiertagen werde man "arbeiten, arbeiten, arbeiten".

Die Startaufstellung:

Erfurt: 1 Sponsel - 17 Ofosu-Ayeh, 28 Kopilas, 6 Möckel, 5 Oumari - 22 Pfingsten-Reddig, 23 Engelhardt - 16 Drexler, 14 Möhwald, 26 Ströhl - 9 Tunjic. - Trainer: Alois Schwartz

Hallescher FC: 13 Horvat - 28 Eismann, 21 Becken, 3 Ruprecht, 2 Benes - 27 Zeiger, 22 Marco Hartmann - 16 Mast, 10 Anton Müller, 6 Lindenhahn - 29 Pichinot. - Trainer: Sven Köhler

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