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Verfolgungsjagd in Halle und Saalekreis: Geisterfahrt im Drogenrausch

„Nur“ ein Blechschaden an dem gestohlenen Fahrzeug - als glimpflicher Ausgang einer dramatischen Verfolgungsjagd.

„Nur“ ein Blechschaden an dem gestohlenen Fahrzeug - als glimpflicher Ausgang einer dramatischen Verfolgungsjagd.

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PolizeiDirektion Leipzig

Halle (Saale)/Saalekreis -

Eine junge Polizistin mit einem Funkgerät in der Hand lächelt von einem Werbeaufkleber an der Autotür. Daneben ist der Schriftzug „Verstärkung gesucht - bitte melden“ zu lesen. Verstärkung dringend gesucht und gefunden haben in der Nacht zu Dienstag die Einsatzkräfte der Polizei in Halle und Saalekreis sowie von Sachsen-Anhalts Autobahnpolizei - als es galt, die wohl verrückteste und gefährlichste Flucht eines Autofahrers, die es in der letzten Zeit in der Region gegeben hat, zu stoppen. Und gestoppt hat die Flucht ebendiese Verstärkung aus den Reihen der sächsischen Polizei: Denn an der Stoßstange eines Leipziger Polizei-Autos mit besagtem „Verstärkung gesucht“-Schild endete die wilde Jagd.

Begonnen hatte das Ganze eher harmlos mit einer Verkehrskontrolle mitten in Reideburg, bei der die Polizei versuchte, einen 22-Jährigen anzuhalten. Doch statt weisungsgemäß zu stoppen, drückte der Mann einfach aufs Gas und raste in hoher Geschwindigkeit davon. Damit begann eine Verfolgungsjagd, wie man sie sonst eher aus Actionfilmen kennt. Eine Verfolgung, die gleich über zwei Bundesländer und mehrere Autobahnen führte, die fast eine halbe Stunde dauerte und an der nicht weniger als fünf Polizeiwagen beteiligt waren. Doch zunächst schien es, als würde sich der Fahrer des Kleinwagens der Marke Suzuki, der vor der Polizeikontrolle geflohen war, eines Besseren besinnen. Er hielt noch vor der Autobahnauffahrt Halle-Ost an, die Polizisten stiegen aus, um den Fahrer zu kontrollieren. Doch der gab wieder Gas und bog ziemlich genau um Mitternacht auf die Autobahn 14 in Richtung Leipzig ein. Inzwischen orderte die Polizeistreife aus dem Saalekreis Verstärkung an - und erfuhr anhand des Kennzeichens, dass der Suzuki als gestohlen gemeldet worden war: Was den flüchtenden Fahrer zugleich zum mutmaßlichen Autodieb machte.

Was er sonst noch auf dem Kerbholz haben könnte, ließ sich ahnen, als er bei seinem Hin und Her zwischen den Autobahnen 9 und 14 rund um das Schkeuditzer Kreuz plötzlich sogar die Fahrtrichtung wechselte und auf dem Standstreifen der Autobahn als „Geisterfahrer“ in die Gegenrichtung raste.

Erst gegen 0.20 Uhr endete auf der A9 bei Großkugel seine Wahnsinnsfahrt an der Stoßstange des Polizeiautos. Das wurde dadurch ebenso beschädigt wie das gestohlene Fahrzeug. Doch wie sich dann herausstellte, waren auch die Kennzeichen an diesem Auto falsch, und der Geisterfahrer - ein polizeibekannter Drogenkonsument aus Sachsen?- stand unter Einfluss von Chrystal Meth und hatte keinen Führerschein. Er kam in Polizeigewahrsam.

Was bei der letztlich sehr glimpflich verlaufenden Aktion alles hätte passieren können, fasst Maria Braunsdorf aus der Pressestelle der Leipziger Polizei in Worte: „Mit dieser skrupellosen Fahrt hätte der Mann mehrere Menschen in den Tod reißen können.“ (mz)


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