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Umbenennung in Halle: Grüne wollen Emil-Abderhalden-Straße teilen

Um die Umbenennung der Emil-Abderhalden-Straße in Halle ist ein Streit entbrannt.

Um die Umbenennung der Emil-Abderhalden-Straße in Halle ist ein Streit entbrannt.

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Archiv/Meinicke

Halle -

Im Streit um die Umbenennung der Emil-Abderhalden-Straße haben die Grünen einen neuen Vorstoß unternommen. Die Stadtratsfraktion schlägt vor, die Straße zu teilen. Der eine Teil vom Harz bis zur Adam-Kuckhoff-Straße soll weiterhin den Namen des ehemaligen Leopoldina-Präsidenten tragen. Der andere Teil von der Adam-Kuckhoff-Straße bis zur Ludwig-Wucherer-Straße wird nach dem Willen der Grünen eine andere Bezeichnung bekommen. Damit hätte auch das neue Geisteswissenschaftliche Zentrum der Universität eine andere Postadresse. „Dieser Kompromissvorschlag könnte eine Mehrheit im Stadtrat finden. Es gibt dazu erste Signale“, sagte Inés Brock, Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Seit dem Jahr 2010 wird um den Namen Emil Abderhalden gestritten. Die Befürworter einer Umbenennung - darunter eine Professoreninitiative - sehen den ehemaligen Leopoldina-Präsidenten in den Nationalsozialismus verstrickt. Ein vor kurzem erschienenes Gutachten eines Historikers hat Abderhalden allerdings entlastet. Danach sei er kein überzeugter Nationalsozialist geschweige denn ein Rassist oder Antisemit gewesen. Sein Verhalten im Dritten Reich sei eher von „taktischen Winkelzügen“ geprägt.

Als neuen Namen für den kleineren Teil schlagen die Grünen eine Person vor, die im Gegensatz zu Abderhalden im Nationalsozialismus Widerstand geleistet oder ein Opfer der Rassenideologie geworden ist. Eine Möglichkeit wäre der in Halle geborene Fabian von Schlabrendorff, der am Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt war. (mz/jop)


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