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Streit um Emil-Abderhalden-Straße in Halle: Ausschuss stimmt für Beibehaltung

Um die Umbenennung der Emil-Abderhalden-Straße in Halle ist ein Streit entbrannt.

Um die Umbenennung der Emil-Abderhalden-Straße in Halle ist ein Streit entbrannt.

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Archiv/Meinicke

Halle (Saale) -

Ein jahrelanger Streit in Halle nähert sich dem Ende. Der Kulturausschuss des Stadtrates stimmte am Mittwochabend mit großer Mehrheit für die Beibehaltung der Emil-Abderhalden-Straße. Sowohl der Antrag der Grünen zur Teilung der Straße als auch der Antrag der Mitbürger für einen neuen Namen für den Campus-Platz wurden abgelehnt. Das Votum des Kulturausschuss ist allerdings noch nicht endgültig, der Stadtrat muss am 28. Oktober noch abstimmen.

Hintergrund des Streites ist eine Professoreninitiative zur Umbenennung der Emil-Abderhalden-Straße. Sie hatten dem ehemaligen Leopoldina-Präsidenten vorgeworfen, ein überzeugter Nationalsozialist und Eugeniker gewesen zu sein. Deswegen könne sein Name nicht die Postanschrift für das neue Geisteswissenschaftliche Zentrum sein. Ein von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Auftrag gegebenes, unabhängiges Historikergutachten hatte Abderhalden allerdings von den Vorwürfen weitgehend entlastet. Darin war dem Präsidenten zwar eine „ambivalente Rolle“ im Nationalsozialismus nachgewiesen worden. Allerdings ergebe sich aus den Quellen nicht, dass Abderhalden ein Wegbereiter des NS gewesen sei.

Die Grünen hatten nach dem Gutachten gefordert, die Straße zu teilen und den vorderen Bereich am Steintor-Campus umzubenennen. Die Mitbürger hatten dagegen dafür plädiert, dem Platz vor dem Geisteswissenschaftlichen Zentrum einen Namen zu geben, der dann gleichzeitig die Postanschrift für das Universitätsgebäude sein solle. (mz)


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