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Mitteldeutsche Zeitung | Straßenumbenennung in Halle: Fehlen für Abderhalden Alternativen?
28. October 2013
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Straßenumbenennung in Halle: Fehlen für Abderhalden Alternativen?

Straßenschild

Der Stadtrat soll nun entscheiden, ob hier bald ein neues Straßenschild hängt.

Foto:

THomas Meinicke

Halle/MZ -

Der erste Teil der Entscheidung scheint auf gutem Wege zu sein. Demnächst will Halles Kulturausschuss votieren und dem Stadtrat empfehlen, ob die Emil-Abderhalden-Straße umbenannt werden sollte oder nicht. Nachdem es schon vor drei Jahren einen Vorstoß der Grünen im Stadtrat gegeben hatte, den einstigen Präsidenten der hiesigen Naturforscher-Akademie „Leopoldina“ vom Straßenschild zu verbannen, zeichnen sich nun gute Chancen für eine dahingehende Entscheidung ab. Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) befürwortet sie, und auch unter Uni-Professoren, deren Fakultät in die noch nach Abderhalden heißende Straße umzieht, gibt es eine Empfehlung für die Umbenennung - wegen dunkler Punkte in der Vita des Wissenschaftlers zur Nazi-Zeit.

Die Schwierigkeit an der Sache ist im Moment aber die, dass offenbar Alternativen fehlen zum bisherigen Namenspatron für diese lange Innenstadtstraße mit einer Filiale der Leopoldina und dem neuen Geisteswissenschaftlichen Zentrum der Uni. Außer einigen inoffiziellen Vorschlägen wie Heinrich Hoffmann (Psychiater und „Struwwelpeter“-Autor), Chemie-Nobelpreisträger und Halle-Wohltäter Karl Ziegler oder Herzog August, der ein Wegbereiter für Halles Uni-Gründung war, gibt es bisher keine Vorschläge.

Die Leopoldina wird sich an dieser Diskussion vermutlich nicht beteiligen, denn, so Sprecherin Caroline Wichmann, man wolle erst ein vor drei Jahren in Auftrag gegebenes Gutachten zur Vergangenheit der Akademie abwarten. Es soll im Frühjahr erscheinen, allerdings kein Votum zur Straßennamensfrage enthalten. Auch aus der Gruppe jener Professoren, die die neuerliche Debatte über Abderhalden und die Straßenumbenennung eröffnet haben, gibt es keinen Vorschlag - noch nicht. Vielleicht Ende der Woche, sagt Mitinitiator und Politologie-Professor Johannes Varwick. Vorher wolle man „noch keinen Namen verbrennen“. Und von Uni-Sprecherin Manuela Bank-Zillmann heißt es: „Die Universität bringt sich gern offiziell mit Vorschlägen ein“, die aber würden dann erst „in einem breiten Meinungsbildungsprozess erarbeitet werden“.


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