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VfL Halle 96: Trainer Holtmann geht im Sommer

Lars Holtmann verlässt den VfL Halle im Sommer.

Lars Holtmann verlässt den VfL Halle im Sommer.

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Halle -

Es sollte eigentlich Ruhe einkehren beim VfL Halle 96. Am Wochenende eröffnen die Zoo-Kicker mit einem Heimspiel gegen den FC Eisenach die Rückrunde in der Oberliga Süd. Das allerdings ohne drei Spieler: Georg Melzer, Nikola Odovic und Mustapha Amari verließen im Winter den Verein. Odovic und Amari gingen zum Verbandsligisten Merseburg 99. Davor ging auch der Pole Mateusz Tetlak. Und seit gestern ist klar: Ein weiterer Angestellter beginnt am Sonntag seine Abschiedstour.

Trainer Lars Holtmann wird im Sommer den Verein verlassen. Er verlängert seinen Vertrag nicht. Begründung: „Es gab Absprachen mit dem Verein, die nicht eingehalten wurden.“

Holtmann hält sich bedeckt mit Details. Offenkundig ist: Als Neunter spielt der VfL unter den eigenen Erwartungen. Doch es gibt auch immer wieder Gerüchte um finanzielle Schwierigkeiten. Schon im September hatten ehemalige Spieler berichtet, dass es offene Gehälter gegeben habe. Ist das also ein Grund, weshalb Holtmann am Saisonende hinwirft?

Unterschiedliche Ansprüche

Volkmar Knoll will das so nicht stehen lassen. „Aktuell wartet keiner auf Löhne“, sagt der VfL-Vizepräsident. „Das ist definitiv nicht wahr.“ Auch der Trainer habe immer sein Geld bekommen.

Klar ist: Die wenig erfolgreiche sportliche Entwicklung des Oberligisten und die Ansprüche Holtmanns sind nur noch schwer miteinander vereinbar. „Das ist auch nicht schlimm“, sagt Knoll. „Er will so hoch wie möglich und denkt viel höher, als wir es leisten können. Wir sind kein Profiverein.“

In der Chefetage ist man trotzdem dankbar. „Er ist ein guter Trainer“, meint Knoll. „Er hat uns weitergebracht.“ Im Oktober 2011 hatte der jetzt 33-jährige Holtmann Thomas Diedrich abgelöst und den VfL zu einer festen Größe in der Oberliga gemacht. „Es war eine gute Zusammenarbeit“, sagt Knoll.

Neuer Trainer gesucht

Ende des letzten Jahres hatte sich dennoch abgezeichnet, dass Holtmann im Sommer geht. Auch die Spieler sind bereits informiert und der Verein ist auf der Suche nach einem Nachfolger: „Es wird einer aus der Region sein“, lässt Knoll durchblicken. Das Profil: „Es soll ein relativ junger, unverbrauchter Trainer sein, der was erreichen will.“ Gespräche gibt es bereits. Anfang März soll der Neue präsentiert werden.

Und Holtmann? Wie er eben so ist, geht er seine Zukunft entspannt an. „Ich mache mir Gedanken, aber keinen Stress.“ Auch er hatte schon Gespräche. „Ich will schon gern weiter als Trainer arbeiten“, sagt er. Vielleicht im Nachwuchs-Bereich. Das kann auch weiter weg sein. Im Januar ist Holtmann Vater eines kleinen Jungen geworden. „Aber wir sind ungebunden“, meint Holtmann. Gut möglich, dass für die Familie im Sommer also ein Umzug ansteht.

Vorher will er die Saison beim VfL noch ordentlich zu Ende bringen. Und Volkmar Knoll hat einen kleinen Wunsch: „Dass wir uns am Saisonende noch tief in die Augen schauen können.“ Das Kapitel also mit Stil beenden. (mz)