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Junior-Masters in Halle: Jugendturnier wird 20

Halle (Saale) -

Einmal gegen Bayern München oder Borussia Dortmund spielen. Sich einmal mit den eigenen Idolen messen, auch wenn man dabei eine hohe Niederlage kassiert. Das ist der Traum vieler junger Fußballer. Für die meisten von ihnen wird er Utopie bleiben.

Für zahlreiche Nachwuchs-Kicker aus Halle jedoch wird dieser Traum in den kommenden Tagen in Erfüllung gehen. Beim Junior-Masters treffen Nachwuchs-Mannschaften aus der Saalestadt auf Junioren-Teams von Bundesliga-Vereinen. So spielt der Hallesche FC gegen Borussia Dortmund, Blau-Weiß Brachstedt gegen Bayern München, der SV Dautzsch gegen Werder Bremen und Turbine Halle gegen Hertha BSC Berlin.

Und das nicht zum ersten Mal. Das Jugendturnier gibt es schließlich bereits seit 1997 und wird seitdem jedes Jahr ausgetragen. Am Wochenende feiert der Cup runden Geburtstag: Er wird 20.

Damals in Halle, heute bei Löw

Für Wolfgang Tiffert Grund genug, um auf die Erfolgsgeschichte dieses Wettbewerbs zurückzuschauen. „Ich bin stolz darauf. Da haben wir etwas Großes auf die Beine gestellt“, schwärmt der Ex-Präsident des Stadtfachverbandes Fußball (SFV), der das Junior-Masters gemeinsam mit den Brüdern Uli und Frank Mappes von der Top-Sport Werbeagentur aus der Taufe gehoben hat, und präzisiert: „Das Turnier ist im Laufe der Jahre immer besser, immer attraktiver geworden.“

Womit er recht hat: Im Gründungsjahr nahmen nur 16 Mannschaften daran teil. Heute sind es zehn mehr. Auch internationale Teams sind mittlerweile dabei: in diesem Jahr der FC Midtjylland aus Dänemark und Sparta Prag aus Tschechien.

Und, was die Faszination auch ausmacht: Zahlreiche Fußballer, die einst am Junior-Masters teilnahmen, sind heute Nationalspieler: Manuel Neuer, Jerome Boateng, Toni Kroos, Mario Götze. Sie alle waren als 12- oder 13-Jährige in Halle dabei. Heute kennt sie jeder Fußball-Fan.

Es ist also recht wahrscheinlich, dass auch diesmal wieder Talente auflaufen, die man eines Tages in der Bundesliga wiedersehen wird.

Tiffert zum letzten Mal Turnier-Chef

Gerade für Wolfgang Tiffert persönlich ist die diesjährige Ausgabe des Junior-Masters eine besondere: Zum letzten Mal wird er das Turnier leiten. „Ich werde mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden. Natürlich würde ich mich freuen, noch länger dabei zu sein, aber ich kann mein Alter ja nicht aufhalten“, sagt der 78-Jährige, dessen Dank vor allem den vielen Eltern gilt, die Jahr für Jahr die Kinder der Bundesliga-Vereine bei sich aufnehmen: „Ohne das Engagement der Familien wäre das nicht möglich gewesen.“ So hat das Turnier mittlerweile eine Bedeutung erlangt, die wohl niemand treffender als Tiffert selbst umschreiben könnte: „Im Kulturbereich gibt es die Händel-Festspiele, und im Fußball gibt es jetzt das Junior-Masters.“ (mz)