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Schulkind für einen Tag: Für todkranken Elias geht Lebenstraum in Erfüllung

Elias in der Schule

Ich weiß es! Elias, neben ihm seine Schwester Amelie, meldet sich schon wie ein Profi.

Foto:

Silvio Kison

Halle (Saale)/Teutschenthal -

Am Ende, als alle schon wieder draußen vor dem Schulhaus stehen, die letzten Fotos geschossen sind, hat Elias genug. Der Fünfjährige fängt an zu weinen. Die vielen Menschen, die Kameras, der Trubel: „So eine Schuleinführung stresst, ihn noch mehr als gesunde Kinder“, sagt sein Vater, nachdem er Elias in dessen Rollstuhl die Eingangstreppe heruntergehoben hat. „Aber wenn er nachher wieder fit ist, wird er erzählen wie ein Wasserfall.“

Elias leidet unter einem Hirntumor. Sein größter Wunsch ist es, ein Schulkind zu sein. So wie seine Schwester. Amelie ist sieben, sie besucht die zweite Klasse der Grundschule in Teutschenthal westlich von Halle. Elias wird im März sechs Jahre alt. Im September würde er regulär eingeschult. Aber die Ärzte geben ihm nicht mehr viel Zeit.

Die Zuckertüte fest in der Hand

Am Donnerstag geht Elias’ größter Wunsch in Erfüllung. Grundschule „Am Heiderand“ in Halle-Neustadt. Eine weiße Stretch-Limousine biegt auf den Hof ein, umringt von johlenden Kindern, die auf das Ende der Hofpause warten. Elias und seine Eltern fahren vor. Die Aula in der dritten Etage des sanierten Plattenbaus ist bunt geschmückt, überall Zuckertüten, Luftballons, Girlanden. Vor einer kleinen Bühne haben rund 30 Besucher Platz genommen, Verwandte, Freunde, Wegbegleiter. Elias sitzt in seinem Rollstuhl in der ersten Reihe zwischen seinen Eltern, Beatrice und Christian Teutscher. Seine Zuckertüte hält er fest umklammert.

Kinder aus der 2a und der 2b laufen auf die Bühne, sie führen ein kleines Stück vor, singen. Es ist eine Einschulungsfeier wie viele andere auch. Nur dass es eben keine echte Einschulung ist. Es ist ein Geschenk. An Elias.

Er ist acht Monate alt, als bei ihm ein Hirntumor diagnostiziert wird. Was folgt, ist ein jahrelanger Kampf. Elias hat vier Operationen hinter sich, Bestrahlung, Chemotherapie. Die Familie lebt zwischen Hoffnung und Verzweiflung. „Zweimal ist der Tumor bekämpft worden, zweimal ist er zurückgekommen“, sagt sein Vater. Am 29. Dezember vorigen Jahres sind sie wieder im halleschen Uniklinikum im Kröllwitz: „Sie haben uns gesagt, dass Elias nicht überleben wird.“ Der Krebs ist stärker.

Weitere Informationen zum kleinen Elias lesen Sie auf Seite 2.

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