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Schnee in Halle: Wo ist der Winterdienst?

Schneeschieber waren unter anderem auf dem Marktplatz im Einsatz - sonst waren sie eher selten zu sehen.

Schneeschieber waren unter anderem auf dem Marktplatz im Einsatz - sonst waren sie eher selten zu sehen.

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Jens Schlüter

Halle (Saale) -

Der Wintereinbruch in Halle ist zwar am Montag und Dienstag eher moderat ausgefallen - hat aber dennoch für zahlreiche Probleme gesorgt. Selbst Hauptverkehrsstraßen wie die Delitzscher Straße oder die Ludwig-Wucherer-Straße waren nicht geräumt. Auch wenn die meisten Autofahrer besonnen gefahren sind, so gab es dennoch einen Unfall auf der Hochstraße: Zwei Lastwagen standen quer und blockierten den Verkehr - stundenlanger Stau am Morgen war die Folge. In den Krankenhäusern wurden rund 30 Menschen mit Knochenbrüchen und Verletzungen eingeliefert.

Tatsächlich hat der Winterdienst der Stadtwerke die Straßen nicht beräumt, sagt Sprecherin Iris Rudolph: „Die Straßen wurden hauptsächlich mit einer Salz/Sole-Mischung gestreut.“ Denn erst ab einer Schneehöhe von vier Zentimetern sei es sinnvoll, den Schneeschieber an den Einsatzfahrzeugen herunterzulassen. Wo dies der Fall gewesen sei, habe man auch geräumt. An einer Personalnot habe es auf gar keinen Fall gelegen, dass die weiße Pracht auf den Straßen liegen geblieben ist: „Wir hatten 25 Mitarbeiter im 24-Stunden-Schichtdienst im Einsatz.“

15 große für die Straßen und drei kleine Räumfahrzeuge für Gehwege seien im Einsatz gewesen - alles, was der Fuhrpark der Stadtwerke zu bieten hat. Das Problem liegt laut Rudolph wo anders: Weil es wegen der Ferien und Feiertage momentan zu wenig Autoverkehr auf Halles Straßen gebe, habe sich die Salz-Sole-Mischung nicht schnell genug in die Straße eingearbeitet und für freie Pisten gesorgt.

Anders als am Montag gab es am Dienstag wenig Probleme bei den Bussen und Bahnen der Havag. Lediglich zwei Weichen am Reileck und in der Seebener Straße waren durch heruntergefallene Eisschollen gestört, nach gut einer Viertelstunde war in beiden Fällen der Schaden wieder behoben.

Die Tatsache, dass die Straßen nicht geräumt waren, hat indes gerade zu dem Unfall auf der Hochstraße geführt: Weil die Fahrbahn durch den Schnee verengt war, blockierten sich zwei Lastkraftwagen in der Kurve in Höhe der Waisenhausapotheke gegenseitig und so auch den kompletten rechten Fahrstreifen. Rund um den Riebeckplatz bis nach Neustadt ging mehrere Stunden nichts mehr, der Rückstau betraf alle Richtungen. Erst nach elf Uhr war die Strecke wieder ohne Verzögerung zu befahren.

Die Polizei hatte jedoch in der Stadt keine ungewöhnlich hohen Unfallzahlen zu verzeichnen, anders die Autobahnpolizei. Insgesamt ereigneten sich von Montagmorgen bis Dienstagmorgen 21 Unfälle auf der A14 zwischen Weißenfels und Halle. Allein 13 davon waren witterungsbedingt. Vier Mal lösten sich Eisschollen von LKW-Dächern, neun Mal führten riskante Überholmanöver und nicht vorausschauendes Fahren zu Unfällen, bei denen drei Personen zumindest leicht verletzt wurden.

„Das ist die übliche Winteranfangszeit. Die Autofahrer müssen sich erst wieder an die veränderten Witterungsbedingungen gewöhnen und ihren Fahrstil anpassen“, so der Pressesprecher des Autobahnpolizeireviers Weißenfels Kay Christoph.

Der erste verschneite Tag in diesem Jahr war auch für die Fußgänger und Fahrradfahrer zum Glück nicht so katastrophal wie befürchtet, wenn auch nicht ganz ereignislos. Während das Klinikum Bergmannstrost nur drei glättebedingte Unfälle verzeichnete, kamen die Unfallchirurgen des Uni-Klinikums mächtig ins Schwitzen. Ein erhöhter Patientenzustrom war deutlich spürbar im Vergleich zu normalen Dienstagen.

Die Chirurgie war mit der Behandlung von 30 Patienten mehr als ausgelastet. Kliniksprecher Jens Müller: „Es mussten fast doppelt so viele Patienten behandelt werden, als wir es an einem Wochentag gewohnt sind. Bei der Hälfte der Verletzungen handelte es sich um Knochenbrüche.“ (mz)


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