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Prozess in Halle: Tochter musste im Viehstall schlafen und Schweinefutter essen

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Die Außenansicht des Landgerichts Halle.

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dpa

Halle (Saale) -

Gehalten wie eine Sklavin, nach Behördenangaben von der eigenen Mutter zu ihren Peinigern gebracht: Eine junge Frau aus Sachsen-Anhalt wurde von 2004 bis zu ihrer Befreiung acht Jahre später in Bosnien von ihrem Stiefvater und dessen Frau schwer misshandelt. Der Mann wurde 2013 deswegen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt. Und von diesem Donnerstag an wird nun auch der 58-jährigen Mutter vor dem Landgericht Halle der Prozess gemacht.

Die Anklage lautet auf „Misshandlung einer Schutzbefohlenen in Tateinheit mit Körperverletzung durch Unterlassen sowie Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht“. Doch hinter der juristischen Formel verbirgt sich ein Fall von Sklaverei. Elf Jahre war das Mädchen alt, als es nach Angaben der Ermittlungsbehörden von seiner Mutter nach Bosnien gebracht wurde. Dort übergab die Frau das Kind dem Stiefvater.

Tochter musste im Viehstall schlafen

Der Mann und dessen Frau hielten das Mädchen wie eine Sklavin. Es musste im Viehstall schlafen, sich sein Essen aus Schweinefutter herausklauben, schwerste Feldarbeit verrichten. Außerdem sollen ihre Peiniger Hunde auf das Mädchen gehetzt und es mit Messern misshandelt haben, die Wunden wurden nie medizinisch versorgt. Als das inzwischen zur jungen Frau herangewachsene Opfer im Mai 2012 befreit wurde, wog es bosnischen Medien zufolge nur noch 40 Kilogramm.

Nach Überzeugung der Ermittlungsbehörden soll die heute 58 Jahre alte Mutter von alldem gewusst haben, schon deshalb, weil sie zwei Mal im Jahr nach Bosnien gereist sei. Die Frau wurde im vergangenen Jahr in Eisleben verhaftet. Sollte sie verurteilt werden, steht ihr eine Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr in Aussicht. (dpa)


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