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Noroviren-Verdacht: Aldi Nord ruft Erdbeeren zurück

Tiefgefrorene Erdbeeren

Tiefgefrorene Erdbeeren

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Halle (Saale) -

Tausende Packungen tiefgekühlter Erdbeeren bei Aldi Nord sind möglicherweise mit dem Norovirus verseucht. Betroffen sind die Produkte Golden Fruit Erdbeeren und Golden Fruit Beerenmischung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 4/2017 und 5/2017. Dies bestätigte die hallesche Tiefkühlfirma Frost Import GmbH, die den Lebensmitteldiscounter mit gefrorenem Obst beliefert. Das Unternehmen fordert die Kunden auf, die Produkte nicht zu essen, sondern abzugeben. Aldi bestätigte am Abend den Rückruf. Kunden könnten das Produkt in den Filialen abgeben. Der Kaufpreis werde erstattet.

Bei Erdbeeren aus Ägypten nachgewiesen

Nachgewiesen wurden die Noroviren bei einer Routinekontrolle des Gesundheitsamtes in einer Tranche Erdbeeren aus Ägypten. Der Erreger kann heftigen Brechdurchfall beim Menschen auslösen.

Insgesamt sind nach Angaben der Tiefkühlfirma 25 000 Kilogramm betroffen. „Wir haben von uns aus sofort reagiert, unabhängig davon, wie die Ämter entscheiden“, erklärte Firmeninhaberin Christina Christiaans. Genaue Angaben, wie viele der Erdbeeren in den Handel geraten sind oder schon verkauft wurden, konnte sie nicht machen. Zumindest wurden in Halle noch viele Erdbeeren vor Ort vernichtet. „Wir bemühen uns, so viele Packungen wie möglich noch abzufangen“, erklärte Christiaans. Auch die Stadt bestätigte den Fall. „Die Firma hat sich vorbildlich verhalten und sofort von sich aus reagiert“, sagte der zuständige Beigeordnete Tobias Kogge.

Aldi-Nord und Hofer betroffen

Neben Aldi-Nord sind die Erdbeeren auch an den österreichischen Ableger des Discounters Hofer geliefert worden. Der hatte am Freitagnachmittag reagiert und das Produkt Sweet Valley Erdbeeren tiefgefroren wegen des Norovirenverdachts zurückgerufen.

Wie viele Erdbeeren der Tranche betroffen sind, ist nach Angaben der Firma nicht klar. Der Virus sei in einer Probe nachgewiesen worden. „Unsere Qualitätskontrollen sind sehr hoch, aber so ein Fall ist nicht hundertprozentig auszuschließen. Darum machen wir diese weitergehenden Tests und Kontrollen, die ja jetzt auch zu diesem Fund geführt haben“, sagte Christiaans. Der Betrieb in Halle beschäftigt 59 Mitarbeiter. Jährlich werden 16 000 Tonnen Früchte verarbeitet. „Es ist unser erster Fall in der 36-jährigen Firmengeschichte. Es ist schlimm, wenn das passiert“, sagte Christiaans.

Verseuchte Erdbeeren aus China

Ähnliche Fälle mit Noroviren gibt es immer wieder. 2012 waren tausende Schüler in Ostdeutschland nach dem Verzehr des Essens des Zulieferers Sodexo an Brechdurchfall erkrankt. Grund waren damals Noroviren in Erdbeeren aus China. (mz)


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