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Neubaupläne in Halle: Kleingärtner lehnen „Café del Sol“ ab

Kleingartenanlage "Luft und Sonne"

Kleingartenanlage "Luft und Sonne"

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Jens Schlüter

Halle (Saale) -

Der Restaurant-Kette „Café del Sol“ bläst bei ihren Neubauplänen am Dessauer Platz an der B100 der Gegenwind kräftig ins Gesicht. Denn die Pächter der Kleingartenkolonie „Luft und Sonne“, die dafür weichen sollen, lehnen das Projekt einstimmig ab. Das ist das Ergebnis der Abstimmung der 40 betroffenen Gartenfreunde, wie der Vorsitzende des Stadtverbandes, Jürgen Maßalsky, der MZ sagte. „Keiner will dafür seinen Kleingarten aufgeben.“

Investor hält sich zurück

Seit Monaten ist Halle älteste Gartensparte wegen der Pläne in Aufregung. Café del Sol hat einen Teil der Anlage - dort sind 40 der insgesamt 137 beheimatet - als Areal für den Filialneubau ausersehen. Auf einer Mitgliederversammlung der Gartensparte am 5. Dezember hatte der Investor seine Pläne im Detail vorgestellt. Vereinbart worden war eine Abstimmung unter den betroffenen 40 Pächtern, dessen Ergebnis jetzt vorliegt.

Die Firma Gastro & Soul, die die Restaurantkette betreibt, wollte sich auf MZ-Anfrage nicht dazu äußern, ob wegen der einstimmigen Ablehnung die Neubaupläne am Dessauer Platz nun beerdigt werden. „Derzeit geben wir keinerlei Stellungnahme ab“, sagte die Leiterin der Marketingabteilung, Ariane Bahlmann. Damit ist auch unklar, ob neben dem Dessauer Platz auch ein anderer Standort für einen Neubau in Frage kommt.

Stadtrat fordert anderen Standort

Die Restaurant-Kette Café del Sol, die auf karibischen Flair setzt, betreibt bundesweit mittlerweile 31 Filialen. In Kürze wird in Magdeburg das erste Restaurant in Sachsen-Anhalt eröffnet. Als Standorte kommen 5.000 bis 7.000 Quadratmeter große Grundstücke in Frage, die an Hauptverkehrsstraßen liegen.

Der Vorsitzende der Kleingartenfreunde Maßalsky kündigte für den Fall, dass Café del Sol an seinen Neubauplänen am Dessauer Platz festhält, massiven Widerstand an. „Wir werden darum kämpfen, dass diese Parzellen alle erhalten bleiben.“

Der Stadtrat Andreas Scholtyssek (CDU) kann die Ablehnung nachvollziehen. „Es lässt sich nicht vermitteln, belegte Kleingärten zu räumen“, sagte er. Scholtyssek hofft, dass die Stadt der Restaurant-Kette an einer anderen Stelle in Halle einen geeigneten Standort anbieten wird. (mz)


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