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Megaprojekt in Halle: Hongkonger Firma will am Riebeckplatz investieren

Diese Animation haben die Chinesen in Halle präsentiert. Blau gekennzeichnet sind die geplanten Neubauten am Riebeckplatz.

Diese Animation haben die Chinesen in Halle präsentiert. Blau gekennzeichnet sind die geplanten Neubauten am Riebeckplatz.

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Privat

Halle (Saale) -

Kommt die große Lösung für den Riebeckplatz? Nach MZ-Informationen interessiert sich eine Hongkonger Entwicklungsgesellschaft für die Bebauung des Riebeckplatzes - und will zunächst alle städtischen Flächen dort kaufen. Für 500 Millionen Euro sollen anschließend Hotels, Büros, Ladenflächen und Wohnungen entstehen. Dabei geht es um insgesamt über 200 000 Quadratmeter Nutzfläche. Finanziert werden soll das Megaprojekt über Geld von einer großen chinesischen Staatsbank. Die Asiaten haben seit Ende des vergangenen Jahres mehrfach Halle besucht, um über das Projekt zu verhandeln. In der kommenden Woche soll erneut eine Delegation kommen.

Vier Wolkenkratzer

Der Plan sieht vor, dass zunächst mit dem Bau von vier Wolkenkratzern begonnen wird - jeweils an den vier Ecken des Riebeckplatzes. Die sollen mehr als 30 Stockwerke hoch werden. Dabei orientiert sich der Plan an dem Leitbild für den Platz, das im vergangenen Jahr im Stadtrat verabschiedet worden war. Der Projektgesellschaft will in den Gebäuden eine gemischte Nutzung aus großflächigem Einzelhandel, Hotels und Büros organisieren.

In einem zweiten Schritt sollen weitere Häuser am Riebeckplatz - insbesondere in Richtung Magdeburger Straße gebaut werden. Die wären aber deutlich kleiner und schmaler als die Türme direkt am Kreisverkehr. Der Plan sei aber nicht in Stein gemeißelt. Über die konkrete Gestaltung werde es Gespräche mit der Stadt und dem Stadtrat geben, sagte ein Verhandlungsbeteiligter.

Die Investoren planen mit einer Bauzeit zwischen sieben und acht Jahren. Sollte das Geschäft zustande kommen und Stadt sowie Stadtrat grünes Licht für das Projekt geben, könnte schon Ende dieses Jahres mit den ersten Arbeiten begonnen werden.

Dennoch: Der Plan für den Riebeckplatz würde das Stadtbild Halles radikal verändern. Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) gibt sich bisher zum Interesse der Chinesen allerdings reserviert. „Die Ernsthaftigkeit von Investorenanfragen macht die Stadt an konkret vorliegenden Kaufverträgen fest“, so Wiegand gestern zur MZ. Erst dann werde der Oberbürgermeister in das Verfahren eingeschaltet.

Allerdings hat der OB nach MZ-Informationen das Projekt zumindest schon einmal im Wirtschaftsbeirat, einem Gremium von Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft, präsentiert. Mit einem Animationsfilm, den die chinesische Delegation mitgebracht hatte. Für den Riebeckplatz und Halle als einen der Posten auf der Einkaufstour der Chinesen würden die gute Lage, die Bahnanbindung mit dem derzeitigen ICE-Ausbau sowie die vergleichsweise geringen Grundstückspreise sprechen, hieß es aus dem Wirtschaftsbeirat.

Wie realistisch und belastbar das Interesse aus China indes ist, muss abgewartet werden. Aus dem Stadtrat werden allerdings Forderungen laut, dass das Rathaus zumindest intensiv die Anfrage der Hongkonger Gesellschaft prüfen und verhandeln sollte. Dies wurde gestern Abend auch kontrovers hinter verschlossenen Türen im Hauptausschuss diskutiert.

Auch die HWG will bauen

Neben der Idee der Chinesen gibt es noch andere, konkurrierende Projekte für den Riebeckplatz. So plant die Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG) auf dem Areal des ehemaligen Nordturms den Neubau eines Hotels. Für etwa 15 bis 20 Millionen Euro soll das zehn-geschossige Haus mit etwa 160 Zimmern errichtet werden. Geplant ist ein Drei- bis-Vier-Sterne-Hotel. Einen konkreten Betreiber gibt es bisher noch nicht. HWG-Chef Heinrich Wahlen hatte aber gegenüber der MZ angekündigt, dass in den kommenden Wochen ein Verhandlungsergebnis mit einer großen Hotel-Kette vorliegen werde.

Neben dem Hotel wird die HWG ebenfalls bis zum Herbst 2018 für 15 Millionen Euro ein Wohn- und Geschäftshaus am Eingang zum Oberen Boulevard errichten. Geplant sind ein großes Lebensmittelgeschäft und 89 altengerechte Wohnungen. Der Baustart ist für das kommende Jahr anvisiert. Dieses Haus würde - anders als der Hotelneubau - nicht mit dem Plan der Chinesen kollidieren. (mz)


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