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Mitteldeutsche Zeitung | Interview mit Halles OB Wiegand: Große Pläne nach dem Freispruch
16. February 2015
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Interview mit Halles OB Wiegand: Große Pläne nach dem Freispruch

Halles Oberbürgermeister Wiegand im Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung

Halles Oberbürgermeister Wiegand im Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung

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Stedtler

Halle (Saale) -

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) setzt künftig auf einen Dreiklang aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft für Sachsen-Anhalts größte Stadt. „Das sind die Markenkerne“, so Wiegand. Erstmals nach seinem Freispruch vom Verdacht der Untreue hat sich der Rathauschef ausführlich in einem Interview mit der MZ geäußert.

Wiegand will in diesem Jahr vor allem den Fokus auf die Wirtschaft legen. So werde es im Star Park, Halles größtem Gewerbegebiet an der A 14, eine weitere Großinvestition geben. Details nannte Wiegand nicht mit Verweis auf Verhandlungen, sprach jedoch von einer Premium-Ansiedlung. Vor wenigen Wochen erst hatte das Auktionshaus Ebay angekündigt, 30 Millionen Euro in Halle zu investieren und baut derzeit im Star Park ein neues Logistikzentrum. Wirtschaftlich erfolgreicher will Wiegand auch Halles Zoo machen. So gebe es Pläne, eine Seilbahn zu errichten, die das Saaleufer und den Reilsberg miteinander verbindet. Den größten Zoo des Landes plagen finanzielle Probleme vor allem wegen steigender Kosten.

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand im Interview
Wie geht es nach dem Freispruch von Bernd Wiegand weiter? Welche Pläne Halles Oberbürgermeister verfolgt, erklärt er im Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung.

Wiegand will sich stärker von Magdeburg abgrenzen, die Landeshauptstadt sei anders ausgerichtet als Halle. Dagegen forciert der OB eine stärkere Zusammenarbeit mit dem benachbarten Leipzig. „Mit Leipzig arbeiten wir sehr eng in der Metropolregion zusammen. Wir werden im März dafür erste Kernziele verabschieden“, so Wiegand. Der mitteldeutsche Raum könne wirtschaftlich noch erfolgreicher werden, freie Flächen könnten noch besser vermarktet werden. Auch beim Tourismus gebe es gemeinsame Interessen. „Zusammen haben wir eine große Schlagkraft“, so Wiegand.

Möglicherweise gewinnt auch der Flughafen Leipzig/Halle an Bedeutung. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CDU) brachte in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ zur Entlastung des künftigen Hauptstadtflughafens BER den Airport Leipzig/Halle als Ausweichflughafen ins Gespräch. Er reagierte damit auf Befürchtungen des scheidenden BER-Chefs Hartmut Mehdorn, der Hauptstadtflughafen werde schon nach seiner Eröffnung an seine Kapazitätsgrenze stoßen. Derzeit ist das Jahr 2017 als Eröffnungstermin im Gespräch, nachdem mehrere andere Termine wegen schwerer Baumängel geplatzt waren. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) reagierte positiv auf den Vorstoß von Dobrindt: „Wir stehen bereit.“ Leipzig/Halle sei ein „attraktiver Flughafen mit seiner sehr guten Verkehrsanbindung und einem prosperierenden Umfeld“.

Vor laufender Kamera beantwortete OB Wiegand zudem Fragen der MZ-Leser: Wie findet er die Pläne für den Bau eines Golfplatzes? Wie geht es mit dem Künstlerhaus 188 weiter? Warum gibt an Halles Ampeln keine grüne Welle? Die Antworten auf diese und weitere Fragen im MZ-Video. (mz)


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