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Hundefriseur Stefan Kinzel aus Halle: Frisierte Felle

Wie soll’s denn werden? Hundefriseur Stefan Kinzel und Dalmatiner-Dame Amy.

Wie soll’s denn werden? Hundefriseur Stefan Kinzel und Dalmatiner-Dame Amy.

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Lutz Winkler

Halle (Saale) -

Waschen, Föhnen, Striegeln und mit Empfangsdalmatiner Amy spielen: So sieht das Standard-Programm für Rhodesian-Ridgeback-Dame Ijuma aus. Gerade im Winter braucht das Fell der sechs Monate alten Hündin Pflege. „Beim Gassigehen machte man mich auf den Hundesalon aufmerksam“, sagt Frauchen Juliette Bernhardt. Seitdem sind die beiden Stammkunden bei Stefan Kinzel, einem der alteingesessenen Hundefriseure Halles.

Leidenschaft für Pflege

Angefangen hat Kinzels Leidenschaft für die Pflege der Vierbeiner im Jahr 1999. Sein Bobtail „Teddy“ - der auch Namensgeber von „Teddy’s Hundesalon ist“ - brauchte jemanden, der die langen Haare kämmt und schneidet. „Ich war bei vielen Hundefriseuren, aber keiner machte das richtig, teilweise wurde ich auch falsch beraten“, erzählt Kinzel.

So kam er darauf, die Frisur einfach selbst in die Hand zu nehmen. Er las Bücher und half Freunden. Sein Talent sprach sich schnell rum. Dann lernte er einen Monat lang in einem Berliner Hundesalon, ehe er sich mit seinem Laden selbstständig machte. Mit den Jahren stockte er sein Sortiment weiter auf, bot vom Futter bis zum Spielzeug alles für Hunde an. Der nächste Schritt war ein Onlineshop. „Aber das Geschäft hatte sich nicht gerechnet, deshalb konzentrierte ich mich wieder mehr auf die Pflege“, sagt der 48-Jährige.

Hallescher Hundesalon
Halle (Saale), 25.01.2016: Seit 17 Jahren hat der Hallenser einen Hundesalon. Für jeden Haartyp steht das passende Pflegemittel parat. Jetzt will er Tierheilpraktiker werden.

Die ist je nach Hunderasse tierisch umfangreich: Bei Kurzhaar-Hunden geht es schnell, nach einer Dreiviertelstunde sind auch die Krallen geschnitten und die Ohren gesäubert. Hat Kinzel aber einen ausgewachsenen Bobtail auf dem Tisch stehen, kann es auch mal bis zu sechs Stunden dauern. „Da müssen die Besitzer aber zweimal kommen, weil das den Tieren sonst nicht zuzumuten ist“, sagt Kinzel. Die meisten Hunde blieben indes selbst bei längeren Besuchen ruhig, wenn sie daran gewöhnt seien. „Sie mögen es sogar richtig gerne, wenn ich ihnen die Ohren sauber mache“, erzählt Kinzel. Irgendwie hat er ein Händchen für die Tiere, lobt auch Juliette Bernhardt: „Er achtet auf sie, da stimmt die Chemie.“

Ein Mittelchen für jeden Haartyp

Das ist aber auch das einzige Mal, dass Kinzel das Wort „Chemie“ mit sich in Zusammenhang bringen lässt. „Ich verwende nur Produkte, die für die Hunde geeignet sind“, erzählt er. Das Shampoo kommt beispielsweise aus den USA, wo das sogenannte „Grooming“ schon lange gesellschaftsfähig ist. Für jeden Haartyp hat Kinzel ein Mittelchen im Regal stehen, fast so wie beim Menschenfriseur. „Normales Shampoo sollte man für die Tiere nicht benutzen, weil sie einen anderen pH-Wert haben“, erklärt er. Das Fell müsse stets eine gewisse Fettschicht haben, um Schmutz abweisen zu können und vor der Witterung zu schützen. Was die Frisur der Vierbeiner angeht, wünschen die Hallenser meist die „klassische Modeschur“ oder praktische Schnitte. Besonders viel Kundschaft hat er, auch wenn man es nicht vermuten mag, im Sommer. „Bevor die Leute in den Urlaub fahren, machen sie ihre Tiere noch mal hübsch“, sagt Kinzel. Das Winterfell ließen die Herrchen und Frauchen eher natürlich wachsen.

Komplette Beratung

Obwohl Kinzel mit seinem Salon bodenständig und nicht abgehoben wirkt, ist der Hundefriseur ein Luxusgut, der mal 20, mal weit mehr als 120 Euro kostet. „Ich erspare mir damit die Arbeit, die ich eigentlich hätte“, sagt Bernhardt. Nötig sei die Pflege aber auf jeden Fall. So können sich zum Beispiel Pilzerkrankungen auf der Haut ausbreiten, wenn das Fell nicht in Ordnung ist. Oft würden die Tiere auch falsch ernährt.

„Ich biete eine komplette Beratung an, bin aber keine Tierarzt“, sagt Kinzel. Um sich weiterzubilden, studiert er an einer Privatschule Tierheilpraxis. Das fällt ihm viel schwerer als der Alltag in seinem Salon. „Da geht es um Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre, ich muss ordentlich büffeln“, so Kinzel. Allerdings sei der zertifizierte Abschluss die Mühe wert. Er lernt auch homöopathische Behandlungsmethoden, um Hautprobleme zu kurieren. Heilpraktiker für Tiere sind gefragt, genau wie beim Menschen. „Ijuma ist für mich wie ein Kind, deshalb kümmere ich mich um sie“, sagt Juliette Bernhardt. Stefan Kinzel spürt diesen Trend, zu ihm kommen immer mehr Kunden.


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