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Mitteldeutsche Zeitung | Gartenanlagen: Geschlossene Gesellschaft in Halles Kleingärten
25. July 2015
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Gartenanlagen: Geschlossene Gesellschaft in Halles Kleingärten

Tür zu für Sparten-Fremde am Galgenberg! Jedenfalls an den meisten Eingängen und in der Mehrzahl der Gartenanlagen.

Tür zu für Sparten-Fremde am Galgenberg! Jedenfalls an den meisten Eingängen und in der Mehrzahl der Gartenanlagen.

Foto:

Silvio Kison

Halle (Saale) -

Sie gehören zu den schönsten Orten in Halle, für die meisten Hallenser sind sie aber nahezu tabu: die derzeit 132 Gartenanlagen im Stadtgebiet. Viele Vereine schließen ihre Tore für Nicht-Mitglieder. Selbst wer nur mal durch die herrlichen Anlagen spazieren möchte, hat meist keine Chance. Gerade im Sommer ist das am „Heißen Draht“ der MZ eine oft gestellte Frage: Sind die Kleingärtner etwa eine geschlossene Gesellschaft? Und: Warum kommt man fast nirgendwo hinein in ihre Anlagen?

Dass der Eindruck, der dieser Frage zugrunde liegt, wohl stimmt, hat eine Stichprobe der MZ in den Anlagen rund um den Galgenberg gezeigt - dort wo sich gleich eine Reihe selbstständiger Gartensparten findet. Sie bilden so etwas wie die grüne Lunge des halleschen Nordens. Dennoch steht die Chance schlecht, hier einfach mal nur so Luft zu schnappen und sich an den vielen kleinen Paradiesen der Gärtner zu erfreuen - und an der schönen Aussicht etwa in Richtung Zoo oder Petersberg.

Kleingartenparadiese wie Tresore gesichert

In der Anlage „Am Galgenberg I“ waren die Türen der Wege 1, 3, und 4 verschlossen - teilweise mit Schlössern mit einem Türknauf außen. Auch durch den zweiten Eingang der Anlage „Bergschenkenweg“ ging es nicht hinein - und nicht mal am Haupteingang in die Anlage „Galgenberg II“. Scheint fast so, als wären Halles Kleingartenparadiese im Norden auch am Wochenende wie Tresore gesichert. Aber dann gab es doch noch zwei Treffer! Am Eingang in die Anlage „Buchsbaumweg“ lässt sich zumindest die kleine Tür von außen aufklinken. Hat da etwa jemand das Zuschließen vergessen?

Zumindest eine richtig weit offene Tür fand sich aber - Am Seiteneingang der Anlage „Galgenberg II“. Gleich nebenan hat Olga Barrels ihren Garten und pflegt dort neben ihrer Oase auch eine in Halle offenbar noch seltene kleingärtnerische Willkommenskultur. Man könne doch zeigen, was man hat und die Freude an den eigenen Gärten mit anderen teilen, meint sie. Und ist damit gar nicht so weit entfernt von der Meinung ihres Vereinsvorsitzenden Andreas Graf. Man versuche „an den Wochenenden zumindest den Haupteingang“ offenzuhalten, sagt er. Und wenn dort doch einmal zugeschlossen sei (wie letzten Samstag) dann müssten Spaziergänger „nur mal kurz rufen“ und jemand würde sie einlassen.

Problematischer, so Graf, sei das in der Woche, wenn nur wenige Gartenfreunde vor Ort sind. Hinzu komme das Problem, dass gerade in der Woche auch von Leuten „spioniert“ werde, die dann vor allem im Oktober und November häufig in Gärten einbrechen - so die Erfahrung des Vereins-Chefs. Offenes Tor, ja oder nein? - Das hänge in Gartensparten aber vor allem davon ab, ob es auf dem Gelände eine Gaststätte gibt, erläutert Andreas Graf. Wenn das der Fall ist, müsse auf jeden Fall der Haupteingang passend zur Öffnung der Kneipe offen sein. Denn allein von den Kleingärtnern des jeweiligen Vereins könnten Gaststätten ja nicht existieren. Und noch ein weiteres Problem aus Sicht der Kleingärtner nennt der Sparten-Chef des Vereins „Galgenberg II“ mit Blick auf die Zugänglichkeit. Dabei gehe es um die Wege-Sicherheit und um Haftungsfragen: Nach starkem Regen könne das Begehen der Splittwege auch gefährlich sein“, sagt Graf.

Kleingartenkonzept der Stadt Halle

Dennoch wird sich in Sachen Offenheit der halleschen Kleingärten in Zukunft etwas tun müssen. Denn auch die Gartenfunktionäre kennen das Kleingartenkonzept der Stadt Halle, in dessen „Leitbild“ es heißt: „Eingangsbereiche sollen offen gestaltet und Hauptwege jederzeit zugänglich gemacht und um zusätzliche Nutzungsangebote bereichert werden.“ Zudem sollten - laut dem Konzept - die künftigen „Kleingartenparks“ der „Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung mit Grün- und Erholungsflächen dienen - und zur Vernetzung mit Biotopen“.

Wenn es in der Anlage am Galgenberg in Sachen Türöffnung auch manchmal noch hapert - ein weiteres Ziel, so Vereins-Chef Graf, habe man schon erreicht: Sich nämlich für neue Interessentengruppen zu öffnen. „Sieben Garten- WG’s mit Studenten haben wir inzwischen hier im Verein“ - so freut sich dessen Chef.


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