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Einwohnerzuwachs in der Händel-Stadt: Halle ist attraktiv wie lange nicht

Halle (Saale) -

Die jungen Leute hauen in den Westen ab, die Stadt vergreist, sie wird immer leerer - so düster lauteten bisher alle Zukunftsszenarien für Halle. Die pessimistischen Bevölkerungsprognosen werden nun durch ein Gutachten klar widerlegt: „Bis zum Jahr 2030 werden die Einwohnerzahlen praktisch stabil sein. Sie sollen bei 231.100 bleiben und damit das Niveau halten. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“, sagt Oberbürgermeister Bernd Wiegand.

Einwohnerzahlen steigen seit zwei Jahren

Wirklich überrascht hat ihn das freilich nicht. Schon seit zwei Jahren etwa beobachte man einen Einwohnerzuwachs, obwohl dieser in der Prognose des Statistischen Landesamtes gar nicht vorkomme. „So lebten Ende 2013 in Halle 232.705 Einwohner, Ende vergangenen Jahres waren es 233.552 - ein Plus von rund 800.“ Stattdessen sagt die quasi amtliche Prognose des Statistischen Landesamtes voraus, dass bis 2030 die Einwohnerzahl Halles kontinuierlich abnimmt - bis auf unter 200.000.

Weil die alte Prognose des Landesamtes also nicht geeignet sei, die Planung und Entwicklung in der Stadt zu begleiten, so Wiegand, habe man selbst eine Prognose in Auftrag gegeben. Und die kommt zu einem sehr positiven Ergebnis: „Wie die meisten Großstädte und Mittelregionalzentren in Ostdeutschland wächst auch Halle, oder es bleibt doch auf einem sehr stabilen Niveau“, sagt Tobias Jacobs.

Wie der Gutachter von der Hamburger Beratungsgesellschaft für Wohnen, Immobilien und Tourismus sagt, treffe diese positive Entwicklung auf die ländlichen Regionen freilich nicht zu, wohl aber auf die Mittelregionalzentren Halle und Magdeburg schon.

Zuzug aus Westdeutschland durch Universität

Oberbürgermeister Wiegand sieht sich durch die Prognose bestätigt: „Auf Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft zu setzen, um die Attraktivität Halles weiter zu erhöhen, ist der richtige Weg.“ Dies seien auch die Gründe, warum immer mehr Menschen nach Halle kämen. Tatsächlich ist der sogenannte Wanderungsgewinn der wichtigste Grund für den Bevölkerungszuwachs. Laut Tobias Jacobs ziehe zunehmend die Jugend aus dem Umland und aus ganz Ostdeutschland in die Großstadt. Durch die Universität gebe es zudem einen größeren Zuzug aus Westdeutschland.

Auch Ausländer würden eine Schrumpfung Halles verhindern, obwohl deren künftige Zahl schlecht zu kalkulieren sei. Dennoch: „Im Jahr 2030 wird es einen Wanderungsgewinn von rund 900 geben“, so Tobias Jacobs. Aus „eigener Kraft“ kann Halle die Bevölkerungszahl aber nicht stabil halten. Zwar soll auch in 15 Jahren noch die Zahl der Geburten bei mehr als 2.000 jährlich liegen. Doch auch die Sterbefälle sollen bei 3.100 stabil bleiben.

Trend der Wanderungsgewinne

Der Trend der Wanderungsgewinne hat sich erst zwischen 2008 und 2010 entwickelt. Deshalb sind sie in den offiziellen Vorhersagen noch nicht berücksichtigt. „Man ist gerade dabei, im Bund eine neue Prognose zu erarbeiten, die dann später aufs Land und noch später auf Stadtebene heruntergebrochen wird. Das wird aber zwei Jahre dauern - mindestens“, so Tobias Jacobs.

So lange wollte man bei der Stadt indes nicht warten. Schließlich soll im nächsten Jahr das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Isek vorliegen. „Es stellt Leitlinien dar, wie sich Halle bis 2025 entwickeln soll. Dazu brauchen wir aktuelle Prognosen“, so Baudezernent Uwe Stäglin. Wichtig sei: „Halle gehört nun nicht mehr in die Kategorie der schrumpfenden Städte.“

Indes ist auch der künftige Bevölkerungszuwachs nicht gleich verteilt. Während die Innenstadt schon jetzt aus allen Nähten platzt, verlieren etwa die Neubausiedlungen weiter. „Wir müssen reagieren, um möglichst ein Gleichgewicht in der Stadtentwicklung zu schaffen“, sagt Oberbürgermeister Wiegand. (mz)


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