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Eine Frau für alle (Ab-)Fälle: Berufsbild vorgestellt: Fachkraft für Kreislaufwirtschaft

Victoria-Dominique Elze

Macht bei der Wertstoffannahme und auf dem Stapler eine gute Figur: Victoria-Dominique Elze

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günter bauer

„Elektrogeräte in diesen Container bitte.“ „Grünschnitt wird dort vorne abgekippt.“ „Schadstoffe nehmen wir in dieser Halle an.“ Selbstbewusst und kompetent weist Victoria-Dominique Elze die Kunden auf dem Wertstoffhof ein. Die 24-Jährige ist nicht die Chefin der Anlage in der Äußeren Hordorfer Straße in Halle. Nach drei Jahren Ausbildung bei der Halleschen Wasser- und Abfallwirtschaft HWS und nach mehreren Prüfungen ist darf sie sich seit Dienstag offiziell Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft nennen. Dennoch weiß die junge Frau schon sehr gut, wo es auf dem Wertstoffhof - und in der Abfallwirtschaft allgemein - langgeht.

In signalgelber Latzhose, mit Arbeitshandschuhen und an Sonnentagen mit einer sportlich-verspiegelten Sonnenbrille empfängt Elze die Anlieferer. Das sind Privatleute und Firmen. Die Teutschenthalerin ist eine von 15 Mitarbeitern auf dem Wertstoffhof. Sieben davon sind Auszubildende. Die Idee, ihren jetzigen Beruf zu ergreifen, sei ihr während eines Freiwilligen Ökologischen Jahres gekommen, das sie nach dem Abitur absolviert hatte.

„Im Rahmen dieses FÖJ wurden uns mehrere Berufsbilder vorgestellt, darunter die Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft“, sagt die 24-Jährige. Wie sie fand, ein Job mit Zukunft. „Abfall wird es immer geben.“ Zudem treibt sie ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein an. „Ich finde zum Beispiel überhaupt nicht gut, dass Cornflakes in einer Tüte und extra noch in einen Karton verpackt sind.“ Mülltrennung und Recycling sind für sie ein Muss.

Ob die neue Facharbeiterin übernommen wird, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Täglich - eingeteilt in die Früh- oder in die Spätschicht - muss Elze angelieferte Abfälle wie Bauschutt, Grünschnitt und auch Schadstoffe auf Sortenreinheit prüfen, das Volumen oder das Gewicht bestimmen und die Preise festlegen. Zwischendurch gilt es auch, den Annahmeplatz sauber zu halten und Müll teils nachzusortieren. Eine Frau für alle (Ab-)Fälle eben.

Dass sie sich dabei gelegentlich die Hände schmutzig macht und körperlich harte Arbeit leisten muss , stört Victoria-Dominique Elze überhaupt nicht. Zumal die Arbeit unter anderem durch einen Gabelstapler erleichtert wird. Der Stapler-Führerschein ist Teil der Ausbildung. „Ich empfinde meine Arbeit als abwechslungsreich. Und der Kundenkontakt macht mir auch Spaß.“ Und dabei wollte sie früher Tierpflegerin werden.

Ein anspruchsvoller Beruf in der Abfallwirtschaft ist es geworden. Gute Schulnoten in Mathe, Chemie und anderen Naturwissenschaften waren eine Voraussetzung dafür. Denn in der Berufsschule und im Lehrlabor standen unter anderem das Entnehmen von Proben und das Vornehmen chemischer Analysen auf dem Lehrplan.

Ihren Facharbeiterbrief hat sie also in der Tasche. Eine vorerst befristete Übernahme bei der HWS, einem Tochterunternehmen der halleschen Stadtwerke, ist sehr wahrscheinlich. „Ich bin erst einmal froh, die Prüfungen überstanden zu haben“, sagt sie. Wahrscheinlich wird sie beruflich aber noch einen Schritt weitergehen und studieren.

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