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Berg voller Steine des Anstoßes

halle/MZ -

Licht am Ende des Tunnels? Es sieht ganz danach aus: Der riesige Schuttberg, der nach dem Abriss des maroden Hauses in der Reilstraße 101 gegenüber der Alchimistenklause an der Ecke zur Leopoldstraße seit mehr als eineinhalb Jahren liegt, soll endlich verschwinden. Mehrfach hatten sich Anwohner und Passanten beschwert, doch seitens der Stadt hatte es stets geheißen, es gebe Probleme mit der Finanzierung der Aktion, die der Grundstückseigentümer, eine Erbengemeinschaft, veranlassen müsse. Die Stadt wolle nicht in Vorleistung gehen und hoffe auf eine gütliche Lösung.

Vertreter wird bestellt

Die scheint nun gefunden. Ralph Maennicke, einer der Erben, soll vom Liegenschaftsamt zum Vertreter der Erben bestellt werden, die bisher weder von ihm, noch von der Stadt ermittelt werden konnten. Das hat Maennicke, wie er der MZ gegenüber sagte, lange angestrebt, allerdings bisher ohne Erfolg. „Anfangs hieß es, das sei kein Problem, deshalb habe ich auch damals den Abriss des einsturzgefährdeten Hauses veranlasst, als die Stadt das verfügt hat“, so Maennicke. Doch dann habe es geheißen, er werde doch nicht zum Vertreter bestellt. „Ich habe das nicht verstanden - das Bauamt wollte, dass der Schutt wegkommt, das Liegenschaftsamt hat mir das Agieren nicht ermöglicht.“

Denn ohne die Vollmacht, auch im Namen Unbekannter zu handeln, habe er nichts unternehmen wollen - schon deshalb nicht, um nicht später womöglich zur Rechenschaft gezogen zu werden. „Ich habe einen Anwalt eingeschaltet, der sich seitdem mit der Angelegenheit befasst“, sagt der Teil-Grundstücksbesitzer. An den zwischenzeitlich auch Nachbarn herantraten. Zum Beispiel aus der Leopoldstraße 1, wo Nässeschäden im Mauerwerk nicht behoben werden können, weil der Schutt im Weg liegt. Mieter beschweren sich, die die Nässe bereits in der Wohnung haben. Vermieter Uwe Otto kämpft seit einem Jahr für „Baufreiheit“.

Bei der Stadt hatte man die Angelegenheit bisher anders gesehen. Wie Sprecher Drago Bock erklärt, hat das Bauordnungsamt im Juli 2011 eine Abrissverfügung wegen Einsturzgefahr erlassen, die auch die Beräumung des Bauschuttes beinhaltete. „Nach Ansicht der Stadt war er auch ohne die Vertreter-Bestellung berechtigt, das Haus abzureißen und den Schutt zu beseitigen.“ Deshalb sei der Antrag abgelehnt worden. Maennicke habe Widerspruch eingelegt und einen Anwalt eingeschaltet. Um lange Auseinandersetzungen zu vermeiden, werde dem Widerspruch nun stattgegeben und Herr Maennicke zum Vertreter bestellt - spätestens in der kommenden Woche. Liegenschafts- und Bauamt stünden im engen Kontakt und würden nicht gegeneinander arbeiten.

Neue Nutzung noch nicht geklärt

Ralph Maennicke will, sobald er das städtische Schreiben erhält, Angebote zur Beräumung einholen und sich dann um die Sperrgenehmigung kümmern, die nötig sein wird zum Abtransport des Bauschutt-Berges. Und was wird dann mit dem Grundstück? „Es gibt mehrere Möglichkeiten - vom Verkauf über eine Zwischennutzung bis zu einem Neubau“, sagt Maennicke. Doch darum soll es erst gehen, wenn die Fläche frei ist.


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