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Mitteldeutsche Zeitung | Ausbildungsberufe der Havag: Der angehende Bahn-Doktor
06. July 2014
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Ausbildungsberufe der Havag: Der angehende Bahn-Doktor

Paul Fischer

Paul Fischer nimmt Wartungsarbeiten an einem Straßenbahn-Drehgestell vor.

Foto:

thomas Meinicke

halle (saale)/MZ -

Er ist 1,87 Meter groß, hat einen trainierten, kräftigen Körperbau. Wenn es ans Zupacken geht, braucht sich Paul Fischer nicht zu verstecken. Und Zupacken ist regelmäßig nötig in der Hauptwerkstatt der Halleschen Verkehrs AG (Havag) in der Freiimfelder Straße, in der Hobbyfußballer Fischer den Beruf des Industriemechanikers erlernt. In der Werkstatt wird die Straßenbahnflotte der Havag in Schuss gehalten. Der 20-jährige Fischer ist sozusagen angehender Bahn-Doktor.

Derzeit wird der Azubi unter anderem in die Hauptuntersuchung der Straßenbahn-Drehgestelle eingebunden (vergleichbar mit dem Tüv fürs Auto). Der Laie würde „Fahrgestelle“ sagen. Die Gestelle werden komplett auseinandergenommen, gewartet und wieder zusammengesetzt. Rund 100 Teile und Baugruppen. „Das ist genau meine Welt. Friemeln macht mir Spaß“, so Fischer. „Das alles wieder in Gang zu bringen, ist ein richtiges Erfolgserlebnis.“ Er empfinde seine Arbeit als abwechslungsreich und anspruchsvoll.

Übernahme ist wahrscheinlich

Wie Fischer erzählt, war für ihn von Anfang an klar, dass er eine handwerkliche Tätigkeit aufnehmen möchte. Bereits als Junge hatte er zusammen mit seinem Vater an Mopeds herumgeschraubt.

Der 20-Jährige beendet nun bald sein zweites Lehrjahr. Dreieinhalb Jahre dauert seine Ausbildung insgesamt. Im Wechsel absolviert er Praxiseinsätze und Unterricht in der Berufsschule. Eine Übernahme bei der Havag ist wahrscheinlich. Bis dahin wird Fischer noch mehrere Abteilungen der Werkstatt durchlaufen wie den Getriebebau, die Instandhaltungsabteilung, die elektronische Vorfertigung.

Mehr Wertschätzung für Straßenbahnen

In der Havag-Werkstatt stehen mehrere Straßenbahnzüge aufgebockt. Türöffnungs-Mechanismen, Hydrauliksysteme, Oberleitungsbügel - alles wird gewartet, repariert und bei Bedarf ausgetauscht. Fischer ist einer von 19 Industriemechaniker-Lehrlingen im Stadtwerke-Verbund, dem die Havag angehört. Die Konzernführung würde es auch gerne sehen, wenn sich Mädchen für diesen Beruf entscheiden würden. „Als Schulkinder sind wir mit den Straßenbahnen nicht pfleglich umgegangen, haben Kaugummi unter die Sitze geklebt und die Füße hochgenommen“, berichtet Fischer. „Heute bringe ich den Dingen eine viele größere Wertschätzung entgegen.“

Einen Tipp hat der Azubi für Schulabgänger bei der Berufswahl: „Man sollte sich ausprobieren.“ Ein Jahr lang habe er Praktika in mehreren Firmen gemacht. Aus seiner Sicht ist das die beste Voraussetzung für die Zukuntsentscheidung. „Wichtig ist, einen Beruf zu ergreifen, der einem Spaß macht.“ Fischer hat ihn gefunden.


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