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Abderhalden-Straße Halle: Neuer Name rückt näher

Straßenschild

Der Stadtrat soll nun entscheiden, ob hier bald ein neues Straßenschild hängt.

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THomas Meinicke

Halle/MZ -

In die Debatte um den neuen Namen für die heutige Emil-Abderhalden-Straße kommt Bewegung. Am Dienstag stellten zwei der 43 Professoren, die vor rund drei Wochen eine Initiative zur Umbenennung gestartet hatten, vier Alternativvorschläge in der Beigeordnetenkonferenz vor. Die Wissenschaftler meinen, dass der ehemalige Präsident der Leopoldina Emil Abderhalden zum „Establishment des Nationalsozialismus“ gehört habe. Deswegen sei sein Name als Adresse für das neue Geisteswissenschaftliche Zentrum untragbar. „Der neue Name sollte deswegen einen Bezug zur Universität haben, für Internationalität stehen oder ein Opfer des Nationalsozialismus sein“, sagte Mitinitiator Gunnar Brands.

Erste Vorschlag ist Anton Wilhelm Amo

Der erste Vorschlag ist Anton Wilhelm Amo. Er war 1736 der erste schwarzafrikanische Professor an der Universität Halle-Wittenberg. Als zweite Möglichkeit nennen die Professoren den Kunsthistoriker Adolph Goldschmidt. Er war von 1904 bis 1912 der erste jüdische Professor in Halle und verstarb 1944 im Exil in der Schweiz.

Auch der dritte Alternativname ist ein jüdischer Wissenschaftler: Leopold Zunz. Er gilt als der Begründer der Judaistik in Deutschland. Er hat 1921 in Halle promoviert. Als letzte Möglichkeit wurde Guido Kisch genannt. Der jüdische Rechtswissenschaftler war von 1922 bis 1933 Professor in Halle, bis er von den Nationalsozialisten seines Amtes enthoben wurde.

Am 4. Dezember soll der Kulturausschuss über die Umbenennung beraten und auch die vier Vorschläge diskutieren. Im Dezember will Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) einen Vorschlag in den Stadtrat einbringen.


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