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500-Millionen-Euro-Investition aus China: Halles Stadträte fordern intensive Prüfung des Mega-Angebots

Riebeckplatz in Halle

Riebeckplatz in Halle

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Günter Bauer

Halle (Saale) -

Die Stadträte in Halle haben unisono das Interesse der Entwicklungsgesellschaft aus Hongkong am Riebeckplatz begrüßt. „Das ist ein Angebot, bei dem man unbedingt gucken muss, ob es umsetzbar und gewollt ist. Das muss sehr ernsthaft geprüft werden – auch wenn noch kein Kaufvertrag vorliegt“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Linken, Bodo Meerheim, auf MZ-Anfrage. Er forderte, dass die Stadtgesellschaft aber frühzeitig beteiligt werden müsste, beispielsweise durch öffentlich Veranstaltung. „Es braucht einfach Transparenz“, so Meerheim.

Hintergrund ist, dass eine Entwicklungsgesellschaft aus Hongkong am Riebeckplatz vier Wolkenkratzer mit jeweils über 30 Stockwerken bauen will. Dort sollen Wohnungen, Hotels, Geschäfte und Büros untergebracht werden. Die Investitionssumme liegt bei über 500 Millionen Euro investiert werden. Dazu will eine chinesische Delegation in der kommenden Woche erneut zu Verhandlungen nach Halle kommen. Die Bauzeit für das Projekt würde sieben bis acht Jahr betragen. Geplant ist eine Erweiterung der Bebauung bis in die Magdeburger Straße. Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) hatte zurückhaltend auf das Angebot reagiert. „Die Ernsthaftigkeit von Investorenanfragen macht die Stadt an konkret vorliegenden Kaufverträgen fest“, hatte er am Mittwoch gesagt.

"Stadt in der Pflicht"

Diese Haltung kritisierten einige Stadträte. „Bei so einem Riesenprojekt muss der OB sich zwingend von Beginn an einschalten – nicht erst, wenn ein konkreter Kaufvertrag vorliegt“, sagte Christoph Bernstiel (CDU). Er sieht in dem Projekt, wenn es denn käme, eine große Chance für Halle. „Das wäre ein richtiger Motor für die Stadt“, sagte Bernstiel. Auch der SPD-Stadtrat Eric Eigendorf kritisierte die Informationspolitik von OB Wiegand. „Es ist wieder ein typischer Alleingang. Der OB müsse den Stadtrat frühzeitig einbinden. Christian Feigl (Grüne) sieht das ähnlich. „Die Informationspolitik der Verwaltung ist ganz furchtbar. Die Stadt hat die Pflicht, mit jedem Investor soweit zu verhandeln, bis man einschätzen kann, ob das Projekt ernsthaft ist oder nicht“, sagte er.

Auch aus der Wirtschaft gab es erste positive Reaktionen. „Ich würde alles begrüßen, was zur Belebung des Riebeckplatz – dem Eingangstor der Stadt – führt“, sagte Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle. Das Angebot der Chinesen müsse deshalb sehr ernsthaft geprüft werden. Keindorf äußerte die Hoffnung, dass eine solche Bautätigkeit auch das Handwerk in Halle stärken könnte. (mz)


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