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„Unerhörtes Mitteldeutschland“: Vergessene Klänge ans Licht gebracht

Ludwig Güttler

Ludwig Güttler

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Privat

Halle/MZ -

Mitteldeutschland ist bekannt für seine reiche Musiktradition. Weniger bekannt ist jedoch eine Vielzahl an Komponisten, deren Werke mehr oder weniger in Vergessenheit geraten sind. Der „Verein Straße der Musik“, den es seit Ende 2009 gibt, hat bereits 1 262 solcher Komponisten in 320 Orten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen „ausgegraben“. Mit seinem Musikfest „Unerhörtes Mitteldeutschland“ will er auch in diesem Jahr wieder Werke unbekannter und weniger gespielter Komponisten wie wiederentdeckte Stücke bekannterer Komponisten aus dem mitteldeutschen Raum in den Mittelpunkt stellen.

Vom 28. Juni bis zum 7. Juli wird es insgesamt 14 Konzerte an 14 musikgeschichtlich bedeutsamen Orten geben. Die Schirmherrschaft über das dritte Musikfest „Unerhörtes Mitteldeutschland“ hat der Trompeter Ludwig Güttler übernommen. „Ich bemühe mich bereits seit den 80er Jahren um musikalische Werke, die einst in Mitteldeutschland komponiert wurden, aber seit Jahren in Bibliotheken oder Archiven schlummern“, sagt er - und freut sich, dass das Musikfest dazu beitragen will, solche Schätze wieder hervorzuholen.

„Den reizvollen Schwerpunkt bilden diesmal die Bläser“, sagt Daniel Schad, Vorsitzender des Vereins „Straße der Musik“. Trompeten-, Hörner-, Klarinettenklänge seien von hochkarätigen Solisten und Ensembles zu hören. Aber auch Orgel- und Klavierspiel, Streichinstrumente und Gesang sollen nicht zu kurz kommen.

Ludwig Güttler selbst bestreitet eine der Veranstaltungen innerhalb des Konzertreigens: Am 4. Juli wird er mit dem Solistenensemble Virtuosi Saxoniae in der halleschen Marktkirche zu Gast sein.

Im nördlichen Saalekreis sind ebenfalls wieder Konzerte geplant. Am 6. Juli treten die Hallenser Madrigalisten mit „Unerhörten Chorwerken“ in der Stadtkirche in Löbejün auf. In der Magdalenenkirche in Langenbogen werden „Unerhörte Hörnerklänge“ zu Gehör gebracht. In diesem Konzert können die Zuhörer auch den Klang historischer Blasinstrumente erleben, die heute eigentlich keine Rolle mehr spielen. Im Rahmen des Musikfests soll - wie bereits im vergangenen Jahr - ein Tag der Haus- und Hofmusik stattfinden. Egal ob Laien, musikalische Familien, Profis, Instrumentalensembles oder Chöre - alle sind wieder zum Mitmachen aufgerufen.

Am 29. Juni sollen dann in der Zeit von 10 bis 18 Uhr Türen und Höfe in der Stadt geöffnet werden und die Hallenser zu Musikvorführungen, zum gemeinsamen Musizieren und geselligem Miteinander einladen. Für den Tag der Haus- und Hofmusik ist auch in diesem Jahr ein Fotowettbewerb für Hobbyfotografen, die den Tag mit der Kamera festhalten, ausgelobt.

Das Festival, das einen Etat von 85 000 Euro hat, könnte nicht ohne zahlreiche Kooperationspartner und Sponsoren zustande kommen. Die Saalesparkasse übergab jetzt einen Scheck in Höhe von 17 500 Euro an den Verein „Straße der Musik“, Lotto Sachsen-Anhalt 12 000 Euro.

Weitere Informationen zum Musikfest „Unerhörtes Mitteldeutschland“ gibt es im Internet unter www.unerhörtes-mitteldeutschland.de


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