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Studie zur Lebenserwartung: Keine Bewegung ist schlimmer als Übergewicht

Uhr | Aktualisiert 07.11.2012 21:46 Uhr

Wer sich regelmäßig bewegt, steigert seine Lebenserwartung. (FOTO: DPA)

Bewegung lässt leicht Fettleibige länger leben als normalgewichtige, völlig inaktive Menschen. Das ist das Ergebnis einer Studie, für Forscher Daten aus sechs Untersuchungen mit mehr als 650.000 Teilnehmern analysiert haben.
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Halle (Saale)/MZ/DMN/DPA. 

Bewegung lässt leicht Fettleibige im Schnitt länger leben als normalgewichtige und völlig inaktive Menschen. Das ist das Ergebnis einer Studie, für die skandinavische und US-Forscher Daten aus sechs Untersuchungen mit mehr als 650.000 Teilnehmern im Alter von 21 bis 90 Jahren analysiert haben.

Die Wissenschaftler unterstreichen darin den positiven Effekt selbst von leichter körperlicher Betätigung. Wer beispielsweise wöchentlich rund 75 Minuten zügig gehe, steigere seine Lebenserwartung im Schnitt um 1,8 Jahre, heißt es im Fachjournal „PLoS Medicine“.

BMI von 25 gilt als übergewichtig

Das Team um Steven Moore vom Nationalen Krebsinstitut in Bethesda im US-Staat Maryland nutzte als Kriterium für Fettleibigkeit den sogenannten Body Mass Index (BMI), der das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße setzt. Wer einen BMI von 25 oder höher hat, gilt nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO als übergewichtig, bei einem BMI ab 30 als fettleibig.

Menschen, die zwar Normalgewicht hatten (BMI 18,5 bis 24,9), sich aber kaum bewegten, starben im Schnitt 3,1 Jahre früher als aktive Dicke (BMI 30 bis 34,9). Den extremsten Unterschied an Lebensjahren machten die Forscher zwischen fettleibigen (BMI über 30) inaktiven und regen schlanken Teilnehmern aus: Hier starben die Dicken durchschnittlich ganze 7,2 Jahre früher. Das Team bezog in der Studie nur Todesfälle ab einem Alter von 40 Jahren mit ein.

150 Minuten körperliche Aktivität

In Deutschland lebt laut einer kürzlich veröffentlichten Umfrage nur jeder neunte Bundesbürger rundum gesund. Die größten Sünden begehen die Deutschen laut der Analyse der Sporthochschule Köln bei Bewegung, Ernährung und im Umgang mit Stress.

Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) schafft nach eigener Einschätzung noch nicht einmal die Mindestempfehlung von 150 Minuten moderater körperlicher Aktivität pro Woche. (dpa, ef)

Wie viel Sport und Bewegung die WHO empfiehlt und warum regelmäßige Bewegung unsere Lebenserwartung verlängert, lesen Sie in der Bildergalerie.

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