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Jetzt noch impfen?: Experten erwarten die Grippewelle

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Grippewelle

Ende Januar und Anfang Februar ist Hochsaison für die Grippe. (FOTO: DPA)

Von der Grippewelle sind wir in diesem Winter verschont geblieben. Kein Grund, Entwarnung zu geben, sagen Experten. Sie rechnen in ein paar Wochen mit dem Krankheitsschwung. Für eine Impfung ist es noch nicht zu spät.
Halle (Saale)/MZ/DMN/DAPD. 

Die jährliche Grippewelle steht bevor: Sie kommt nach Expertenangaben in den nächsten Wochen. „Es ist noch nie passiert, dass sie ausbleibt“, sagte Silke Buda, Grippe-Expertin am Robert-Koch-Institut (RKI). Für eine Impfung sei es noch nicht zu spät, der Aufbau des Schutzes durch das körpereigene Immunsystem dauere etwa zwei Wochen. „Normalerweise beginnt die saisonale Grippewelle Ende Januar oder Anfang Februar“, fügte sie hinzu, weshalb die beste Zeit für eine Impfung im Oktober oder November sei.

Zu den Risikogruppen, denen Grippe-Experten eine Impfung empfehlen, zählen Menschen ab dem 60. Lebensjahr und Kinder und Erwachsene, die an chronischen Krankheiten leiden.

Grippe kommt meist im Winter

Derzeit gebe es bereits „sporadische Influenzafälle“, sagte sie mit Blick auf den am Mittwoch im Internet veröffentlichten Grippebericht des RKI. Darunter sei auch das Schweinegrippevirus H1N1, das während der Pandemie 2009/10 schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle auch bei jüngeren Menschen verursacht habe. In den meisten Fällen bliebe der Krankheitsverlauf aber „moderat“. Nach der Pandemie 2009/10 wurde eine Komponente des Virus auch in den saisonalen Grippeimpfstoff eingefügt, dieser schütze seitdem auch vor der Schweinegrippe.

Temperatur und Luftfeuchte spielen eine Rolle

Auch der Rest Europas bleibt dem Bericht des RKI zufolge derzeit weitgehend von der Grippe verschont. Lediglich in Spanien, Italien und der Türkei scheinen sich Grippewellen anzukündigen.

Sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel der Erde treten Grippewellen in den gemäßigten Zonen vor allem im Winter auf, erläuterte Buda. „Die Temperatur und die Luftfeuchte spielen dabei sicher auch eine Rolle.“ Für den Winter 2010/11 seien dem RKI in Deutschland 160 Todesfälle durch Influenza gemeldet worden.

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