Vorlesen

Influenza: Grippewelle erfasst Sachsen-Anhalt

Uhr | Aktualisiert 25.01.2013 15:31 Uhr
In den Wintermonaten ist Hochsaison für die Grippe. (FOTO: DPA) 
Von
Die Grippezahlen in Sachsen-Anhalt steigen sprunghaft an. In einer Schule im Harz ist fast jeder zweite Schüler krank. Experten raten zu penibler Hygiene.
Drucken per Mail
Magdeburg/dpa

Sachsen-Anhalt wird von einer Grippewelle erfasst. Bis Anfang der Woche wurden 395 Fälle erfasst, wie der Sprecher des Sozial- und Gesundheitsministeriums, Holger Paech, am Freitag in Magdeburg sagte. „Man kann jetzt von einer beginnenden Grippewelle sprechen“, erklärte Paech. Allein in der vergangenen Woche habe es bis Montag rund 240 Neuerkrankungen und damit doppelt so viele Fälle wie üblich gegeben. In den gesamten ersten drei Kalenderwochen 2012 gab es nur fünf Grippefälle, was ungewöhnlich wenige waren.

Besonders stark erwischt hat es Schüler und Lehrer in einer Schule in Schwanebeck im Landkreis Harz. Nach Angaben des Kultusministeriums sind dort 131 von 287 Schülern erkrankt. Auch von den 20 Lehrern sind 9 krankgeschrieben. Es habe Gespräche gegeben, ob die Schule komplett geschlossen werde. Dazu gebe es aber keine Notwendigkeit, sagte Ministeriumssprecher Martin Hanusch. Der Schulbetrieb laufe daher mit einem eingeschränkten Stundenplan weiter. Nach einem Bericht der „Magdeburger Volksstimme“ sind dies vier Stunden am Tag. Aus anderen Schulen des Landes sei bislang keine Häufung von Grippeerkrankungen gemeldet worden, sagte Hanusch.

Von den 240 Neuerkrankungen an Grippe handelt es sich in fast 200 Fällen um Viren vom Typ A, zu denen auch der Schweinegrippe-Erreger zählt, wie das Gesundheitsministerium weiter berichtete. Die genaue Zahl der Schweinegrippe-Erkrankungen ist allerdings nicht bekannt. Bei Impfungen wird heutzutage auch gegen diese Form der Grippe geimpft. In der Grippesaison 2009/2010, als die damals noch neuartige Schweinegrippe Deutschland erreichte, waren 5400 Fälle allein in Sachsen-Anhalt erfasst worden. Normal sind 2000 bis 2500 Grippe-Fälle pro Jahr.

Das Gesundheitsministerium empfiehlt, derzeit besonders penibel auf Hygiene zu achten - etwa häufig die Hände zu waschen. Auch das regelmäßige Lüften von Räumen, in denen viele Menschen gleichzeitig sind, könne gegen eine Grippe-Ausbreitung helfen. Ein Spaziergang in der frischen Luft - allerdings gut bekleidet - könne die Abwehrkräfte stärken. Das Kultusministerium riet Eltern, angeschlagene Kinder nicht auch noch in die Schule schicken.

Die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtete auf ihrer Online-Seite von einem ersten Schweinegrippe-Fall im Krankenhaus Köthen. Der Patient sei eine Woche lang stationär behandelt worden.

Auch in anderen Bundesländern breitet sich die Grippe aus. In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums in Dresden seit Mitte November 630 Erkrankungen registriert, die Hälfte davon in der vergangenen Woche.

Das Robert Koch-Institut (RKI) erwartet in den kommenden Wochen einen Anstieg der Grippefälle in Deutschland. Derzeit stehe man erst am Anfang einer Grippewelle, sagte die Epidemiologin Silke Buda vom RKI im ZDF-„Morgenmagazin“. „Die Zahlen steigen noch deutlich, und das erwarten wir auch für die kommenden Wochen.“ Vor allem Älteren, chronisch Kranken und Schwangeren wird eine Impfung empfohlen.

Auch interessant