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Kunden haben keinen Anspruch auf kostenloses Girokonto

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Manche Änderungen kommen Kunden teuer zu stehen. Einige Banken stellen derzeit die Bedingungen für ihre Girokonten um. Die Folge: Ursprünglich gebührenfreie Konten kosten nun Geld. Machtlos sind Verbraucher aber nicht.
Düsseldorf/dpa. 

Manche Änderungen kommen Kunden teuer zu stehen. Einige Banken stellen derzeit die Bedingungen für ihre Girokonten um. Die Folge: Ursprünglich gebührenfreie Konten kosten nun Geld. Machtlos sind Verbraucher aber nicht.

Kunden haben keinen Anspruch auf ein kostenloses Girokonto. «Es ist eine Dienstleistung, die man in Anspruch nimmt», sagte Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. «Für diese Dienstleistung darf die Bank auch Gebühren verlangen.» Einige Geldinstitute haben in den vergangenen Monaten die Bedingungen für ihre Girokonten geändert. Dabei werden in einigen Fällen für ursprünglich kostenfreie Konten nun Gebühren verlangt.

«Gebührenfreie Konten wurden in der Vergangenheit dazu genutzt, um Kunden zu gewinnen», erklärt Feck. Die Hoffnung: Die neuen Kunden interessieren sich auch für die anderen Produkte des Hauses und bringen so weiteren Umsatz. «Ein Konto bereitzustellen, kostet aber Geld.» Daher würden einige Geldhäuser nun dazu übergehen, sich diese Leistung wieder bezahlen zu lassen.

Allerdings darf das nicht heimlich passieren: «Die Kunden müssen in Textform darüber informiert werden, dass ihr Konto gebührenpflichtig wird», erklärt Feck. Angekündigt werden müsse eine solche Änderung zwei Monate im Voraus. Ein Brief muss dabei nicht an die Kunden geschickt werden. «Ein Vermerk auf dem Kontoauszug reicht auch aus.»

Nach der Ankündigung haben Kunden das Recht auf Widerspruch. Sie müssten die neuen Bedingungen nicht einfach hinnehmen, sagt der Verbraucherschützer. «Allerdings riskiert man damit die Kündigung.» Denn die Banken wollten Geschäftsbedingungen und Gebührenmodelle möglichst für viele Kunden standardisieren. Meldet sich der Kunde nach der Ankündigung innerhalb der kommenden zwei Monate nicht, nimmt er die Änderung automatisch an.

Wer sich über die neuen Gebühren ärgert, könne über einen Kontowechsel nachdenken, sagt Feck. «Das ist ein guter Zeitpunkt, um nach Alternativen zu suchen.» Dabei sollten Kunden ihre eigenen Bedürfnisse berücksichtigen. Wichtige Fragen seien: «Brauche ich einen Geldautomaten in der Nähe? Wie hoch sind die Kosten für Überweisungen? Gibt es zusätzliche Kreditkarten?», nennt Feck als Beispiele.

Wichtig beim Wechsel: Kunden sollten ihr altes Konto nicht sofort kündigen. «Das neue und das alte Konto sollten mindestens zwei Monate parallel laufen», empfiehlt Feck. Erst müsse sichergestellt sein, dass alle wichtigen Zahlungen über das neue Konto laufen. «Dann können Sie das alte Konto einschlafen lassen.»