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Spanien: Barça-Rivalen geben auf

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Lionel Messi trifft so häufig wie kein anderer Fußball-Profi. (FOTO: DPA)

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In der spanischen Fußball-Liga macht sich Langeweile breit. Der FC Barcelona hat mit seinem unersättlichen Torjäger Lionel Messi die Konkurrenz abgehängt. Die Titelrivalen geben sich im Kampf um die Meisterschaft praktisch geschlagen.
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Madrid/dpa. 

«Dieses Barça ist einfach übermächtig, dagegen kann man nichts ausrichten», sagte der Trainer von Atlético Madrid, Diego Simeone. Sein Team, als Tabellenzweiter der schärfste Verfolger, war bei den Katalanen mit 1:4 unter die Räder gekommen. Noch finsterer sieht es bei Atléticos großem Nachbarn Real Madrid aus. Der Rekordmeister erreichte gegen den Vorletzten Espanyol Barcelona nur ein enttäuschendes 2:2. Trainer José Mourinho warf resigniert das Handtuch: «Der Titelgewinn ist damit praktisch unmöglich», sagte der Real-Coach. «Wir müssen nun sehen, dass wir in den anderen Wettbewerben besser spielen.»

Barça (46 Punkte) hat drei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde die inoffizielle Wintermeisterschaft fast sicher. Atlético (37) liegt bereits 9 Punkte zurück, Real (33) gar 13. Dabei hatte das Spitzenspiel im Camp-Nou-Stadion für den Europa-League-Gewinner so gut begonnen. Messi & Co. kamen nicht zum Zug, der «Tiger» Radamel Falcao (30. Minute) nutzte nach einem Ballverlust von Messi einen Konter zum Führungstreffer.

Die Freude bei den Rot-Weißen währte aber nicht lange. Barça-Verteidiger Adriano (36.) erzielte mit einem fulminanten Schuss in den Torwinkel den Ausgleich, Sergio Busquets (45.) brachte die Katalanen noch vor der Pause in Führung. Nach dem Wechsel stach dann auch «La Pulga» (der Floh) Messi (57./88.) zu - wie zuletzt üblich gleich im Doppelpack. Damit kommt der dreimalige Weltfußballer in diesem Jahr bereits auf 90 Pflichtspieltore, fünf mehr als Gerd Müller in seinem Rekordjahr 1972. Nach dem mit Spannung erwarteten Duell der Torjäger Messi und Falcao zog die Zeitung «El Mundo» die Bilanz: «Der Floh verschlingt den Tiger.»

Die Barça-Fans machten sich derweil über die Misere von Mourinho bei Real lustig. «Mourinho, wir lieben Dich. Bleibe noch in Madrid!», skandierten sie schadenfroh. Der Portugiese wirkte nach dem überraschenden Remis der Madrilenen gegen den Abstiegskandidaten Espanyol mutlos und niedergeschlagen. Mit keinem seiner vorigen Teams FC Porto, FC Chelsea und Inter Mailand hatte er einen so schlechten Saisonstart erwischt wie jetzt mit Real. «Noch nie war ich mit einer Mannschaft so weit vom Saisonziel entfernt gewesen», berichtete «Mou». «Das ist für mich eine völlig neue Situation.»

Dabei hatte es im Sommer so ausgesehen, als hätten Real und Mourinho nach der vorigen Rekordsaison mit 100 Punkten und dem Weggang von Barças Erfolgstrainer Josep Guardiola nun freie Bahn in der Primera División. Die Madrilenen gaben jedoch schon jetzt mehr Punkte ab als in der gesamten Spielzeit 2011/2012.