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Kickers - VfL Wolfsburg: Offenbach hofft auf nächste Überraschung

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Berlins Silvio (l) im Zweikampf mit Offenbachs Nicolas Feldhahn. (FOTO: DPA)

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David gegen Goliath: Der Reiz des DFB-Pokals lebt im Viertelfinale vor allem in Offenbach. Drittligist OFC fordert den VfL Wolfsburg. Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel hatte am Montag dagegen noch keine List auf den Cup-Wettbewerb.
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Frankfurt/Main/dpa

Im Schatten des großen Fußball-Gipfels Bayern München gegen Borussia Dortmund kämpft an diesem Dienstag bereits ein Quartett um das Halbfinal-Ticket im DFB-Pokal. Auf dem Bieberer Berg in Offenbach kommt es zum Duell der Gegensätze zwischen dem Drittligisten OFC und der millionenschweren Elf des VfL Wolfsburg. In Mainz treffen im zweiten Bundesliga-Duell der FSV und der SC Freiburg aufeinander. Am Mittwoch empfängt dann der souveräne Tabellenführer aus München in der Neuauflage des Vorjahres-Finales Titelverteidiger Dortmund. Zudem hat der VfB Stuttgart gegen den VfL Bochum Heimrecht.
In Offenbach fiebern sie dem Pokal-Fight seit Wochen entgegen. „Der Weg ins Finale geht nur über Offenbach. Wir hoffen auf einen sehr guten Tag, dann ist alles möglich“, sagte Trainer Rico Schmitt vor der Partie am Dienstagabend (20.30 Uhr/ARD). Der einzige Fußball-Drittligist, der noch im Wettbewerb ist, hatte in den Runden zuvor bereits die SpVgg Greuther Fürth (2:0), Union Berlin (2:0) und Fortuna Düsseldorf (2:0) ausgeschaltet.
Abgesehen von einigen Karten im Gästebereich ist das Offenbacher Stadion bereits seit zwei Wochen ausverkauft. „Das Publikum im Rücken wird uns noch zusätzliche Kraftreserven geben“, sagte Schmitt. „Das ist ein Bonusspiel“, ergänzte der Nachfolger von Arie van Lent und gab das Motto vor: „Volle Kanne!“
Offenbach gegen Wolfsburg - ein schärferer Kontrast zwischen zwei Vereinen ist kaum denkbar. Auf der einen Seite der VW-Club, der mit seinem Konzern-Geld nur so um sich wirft und nun über den DFB-Pokal doch noch das internationale Geschäft erreichen will. Und auf der anderen Seite der Kultclub Kickers, der die Einnahmen aus diesem Spiel dringend benötigt, um mal wieder ein Finanzloch zu stopfen, von dem niemand so genau weiß, wie viele Millionen es eigentlich umfasst.
Die „Wölfe“ sind nach den Pokal-Erfolgen der Kickers im laufenden Wettbewerb gewarnt. Die Aussicht, über den DFB-Pokal doch noch den ersehnten Sprung nach Europa zu schaffen, lässt die Niedersachsen topmotiviert nach Hessen reisen. „Wir wollen Pokalsieger werden“, kündigte VfL-Trainer Dieter Hecking an. „Das wäre doch klasse, wenn man den VfL 2013 als Pokalsieger bezeichnen kann. Der nächste Schritt ist dann erst Europa.“
In Mainz rückte das Pokal-Viertelfinale am Montag komplett in den Hintergrund. In einer emotionalen Brandrede übte Trainer Thomas Tuchel massive Kritik an den Schiedsrichtern der Fußball-Bundesliga. „Dass die Mannschaft in der Rückrunde so krass benachteiligt wird, liegt - glaube ich - an mir. Es geht anscheinend um mehr, als nur mir einen Denkzettel zu verpassen“, sagte der 39-jährige einen Tag vor dem Viertelfinale gegen den SC Freiburg (19.00 Uhr/Sky).
Als Ausgangspunkt hat Tuchel das Pokal-Achtelfinale im Dezember bei Schalke 04 ausgemacht. Beim 2:1 wurde er wegen Betretens des Platzes auf die Tribüne geschickt. 6000 Euro Strafe musste Tuchel zahlen. In der Halbzeittagung der Bundesliga-Schiedsrichter in Mainz seien zudem Bildsequenzen weiterer Verfehlungen gezeigt worden, berichtete der Mainzer Coach. In den Partien in Augsburg sowie gegen Freiburg, Schalke und Wolfsburg seien die 05er klar benachteiligt worden. „Das hat uns acht Punkte gekostet“, schimpfte Tuchel. Für den SC Freiburg geht es um den erstmaligen Einzug ins Halbfinale des Pokals.