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Fußball: Hallescher FC siegt auch im Test gegen Wolfsburgs Zweite

Uhr | Aktualisiert 18.01.2013 23:12 Uhr
Die Torschützen Björn Ziegenbein und Dennis Mast (v.l.) (FOTO: HAY/CITYPRESS24) 
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Keine vier Minuten waren vergangen, da hatte der Hallesche FC rein statistisch gesehen sein Testspiel am Mittwoch bei VfL Wolfsburg II bereits verloren. Mittelfeldspieler Nico Granatowski hatte da nämlich die Hausherren nach einer Ungenauigkeit von Philipp Zeiger in Führung gebracht.
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WOLFSBURG/Halle (Saale)/MZ. 

Und die Zahlen lügen nicht: Der HFC hat es in dieser Saison, abgesehen vom 4:2-Pokalerfolg gegen Landesligist SV Braunsbedra, noch kein einziges Mal geschafft, einen Rückstand noch zu drehen. Bisher.

"Wir sind kalt erwischt worden", sagte Sven Köhlers später in seiner Spielanalyse. Immerhin hatte der Cheftrainer des HFC bis auf Zeiger seine derzeitige Wunsch-Startelf aufgestellt. Und die zeigte in der Folge bisher ungeahnte spielerische Fähigkeiten.

Zwar dauerte es eine gute halbe Stunde, bis sich die nach dem Rückstand aufkommende Spielfreude in Zählbares verwandelte. Aber Marco Hartmann, der in der ersten Hälfte noch zuschauen musste, schien geplättet von der Qualität seiner Mannschaftskollegen. "Da war plötzlich viel Bewegung nach vorn, schöne Ballstafetten", schwärmte der Vize-Kapitän. "Fußballerisch war das echt stark."

So kam es, wie es kommen musste. "Wir haben dann zielstrebig nach vorn gespielt", lobte Köhler, "die Tore fielen zwangsläufig." Neu-Spielmacher Björn Ziegenbein eroberte zuerst den Ball, startete eine Kombination über Toni Lindenhahn und Dennis Mast, der zwei Wolfsburger einfach stehen ließ. Dann erzielte er den Ausgleich abgeklärt mit seinem starken linken Fuß (35.).

Nur eine Minute später zeigte Ziegenbein erneut seine Klasse. Eine Hereingabe Lindenhahns von links nahm der Ex-Rostocker direkt und ließ dem VfL-Torhüter keine Chance. Das Spiel war gedreht, die Partie bereits entschieden. Denn trotz weiterer Chancen für den HFC blieb es bei diesem 2:1.

Natürlich betonten alle Beteiligten anschließend die geringe Aussagekraft von Testspielen. Aber selbst der sonst so nüchterne Hartmann freute sich: "Wir haben gesehen, wie es gehen kann." Nämlich mit einem dynamischen Spiel nach vorn, bei dem insbesondere das Dreieck Ziegenbein-Lindenhahn-Mast erstaunliche Kombinationsfreude bewies. "Toni und Dennis blühen auf", so Hartmann.

Da störte es das HFC-Team wenig, dass in der zweiten Hälfte die "Variabilität" fehlte, wie Hartmann es ausdrückte. Das lag wohl auch an der fröhlichen Wechselei, die zur Halbzeit einsetzte. So ersetzte Sören Eismann den Finnen Kristian Kojola in der Innenverteidigung, Pierre Becken spielte als rechter Außenverteidiger durch, um dort Spielpraxis zu bekommen.

Außer Torwart Darko Horvat und dem mit Achillessehnen-Beschwerden geschonten Nico Kanitz kam der gesamte Kader zum Einsatz.

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