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Fußball-EM 2020: Fußballer sollen bei Europameisterschaft in 13 Ländern kicken

Uhr | Aktualisiert 25.01.2013 17:47 Uhr
Die Bildkombo zeigt Luftaufnahmen der Stadien in Dortmund (von oben links im Uhrzeigersinn), München, Stuttgart und Berlin. Der Deutsche Fußball-Bund schickt wohl Berlin, München, Dortmund oder Stuttgart als Bewerber ins Rennen um Spiele der EM 2020. (ARCHIVFOTOS: DPA) 
Das größte Experiment in der Geschichte des europäischen Fußballs nimmt Konturen an: Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat am Freitag das grundlegende Format für die erste dezentrale EM-Endrunde im Jahr 2020 bekannt gegeben.
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NYON/KÖLN/SID. 

Mit der Austragung in 13 Stadien in 13 verschiedenen Ländern will UEFA-Präsident Michel Platini für größtmögliche Breitenwirkung sorgen. Die Pläne des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), mit mehr als einer Stadt am kontinentalen Fußballfest beteiligt zu sein, sind damit geplatzt. Großer Favorit auf EM-Spiele in der Bundesrepublik dürfte damit das Olympiastadion Berlin sein. München, Dortmund und Stuttgart, die ebenfalls gehandelt worden waren, wären folgerichtig nur zweite Wahl. „Wir wollen nicht nur eine Region einbeziehen, sondern ganz Europa. Vom Osten bis zum Westen, vom Norden bis zum Süden“, sagte Platini nach der Sitzung der UEFA-Exekutive im Verbandssitz in Nyon: „Alle 53 Verbände sind ausdrücklich eingeladen, sich zu bewerben.“

Laut Platini habe noch kein Land eine konkrete Bewerbung eingereicht. „Ich fühle aber, dass viele interessiert sind“, sagte der ehemalige französische Weltklassespieler. Insgesamt geht es im Bewerbungsprozess um 13 Pakete: Zwölf Ausrichterstädte erhalten jeweils drei Gruppenspiele und ein K.o-Duell (Achtel- oder Viertelfinale), eine Stadt wird Schauplatz beider Halbfinals und des Endspiels. „Jeder der 53 Mitgliedsverbände darf zwei Bewerbungen abgeben, eine für die Gruppenspiele, eine für die Finalrunde. Nur eine darf aber Erfolg haben, so dass letztlich 13 Länder beteiligt sind“, sagte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino.

Die Mindestkapazität der Stadien für Gruppenphase und Achtelfinale liegt bei 50.000 Plätzen. Zwei Ausnahmen mit mindestens 30.000 Plätzen werden in der Vorrunde zugelassen, „damit sich mehr Länder bewerben können“, sagte Platini. Für Halbfinale und Endspiel ist die Mindestanforderung 70.000 Plätze, für das Viertelfinale 60.000. Als Favorit für die letzten drei Spiele gilt dabei Istanbul, dies aber nur bei einer vergeblichen Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele im gleichen Jahr. Theoretisch dürfte sich der DFB mit zwei verschiedenen Städten bewerben: Einmal für die Gruppenspiele, einmal für die Finalrunde.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatte zuletzt eher mit einer Bewerbung für die Gruppenphase geliebäugelt: „Denn wenn wir den Zuschlag für Halbfinale und Finale bekommen, würden wir als Gastgeber für die Vorrunde wegfallen. Unsere Mannschaft würde dann nur auswärts spielen“, hatte Niersbach der Bild am Sonntag gesagt. An der Endrunde im Sommer 2020 nehmen 24 Mannschaften teil, jede einzelne muss sich dafür qualifizieren. Gespielt wird in sechs Gruppen mit vier Teams, für die Gruppenspiele sind zwölf Städte vorgesehen, im Idealfall zwei pro Gruppe. Die beiden Halbfinals und das Endspiel werden in einer 13. Stadt ausgetragen.

Auf ihrer nächsten Sitzung am 25. März in Sofia wird die UEFA-Exekutive die genauen Anforderungen an die Bewerbungen festlegen. Im April soll der Bewerbungsprozess beginnen, die Kandidaten im September bestätigt werden. Bis Mai 2014 müssen die Bewerber ihre Dossiers abgeben, die Ausrichterstädte werden im September 2014 benannt. Bis zum ersten Anpfiff bleibt dann genug Zeit für die erfolgreichen Bewerber, neue Stadien zu errichten oder alte zu modernisieren. „Wir ermutigen alle Länder, welche Spiele erhalten, ein Stadion zu bauen“, sagte Platini.

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