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DFB-Pokal: Freiburg macht es spannend, Wolfsburg stoppt Offenbach

Uhr | Aktualisiert 27.02.2013 07:32 Uhr

Der Freiburger Daniel Caligiuri (l) jubelt mit Max Kruse über den Treffer zum 3:2.

(BILD: DPA)
Der SC Freiburg hat mit einer famosen Aufholjagd gegen den FSV Mainz 05 und unbändigem Kampfgeist zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte mit einem 3:2-Sieg das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. Nichts zu holen gab es für den Favoritenschreck Kickers Offenbach gegen Wolfsburg.
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Mainz/Offenbach/dpa

In einer packenden Partie ließen sich die Breisgauer Fußball-Profis am Dienstagabend auch von einem Blitz-Doppelschlag nicht entmutigen: Nach Verlängerung setzte sich der Sportclub beim FSV Mainz mit 3:2 (2:2,0:2) durch. Der unmittelbar zuvor eingewechselte Ivan Santini (86.) sowie Daniel Caligiuri mit einem Foulelfmeter (90. +3) in der Nachspielzeit retteten die Gäste in die Verlängerung. Caligiuri erzielte auch den Siegtreffer (108.). «Wir wussten: Sobald wir ein Tor schießen, ist wieder alles offen», meinte der Doppeltorschütze. «Wir haben gewonnen, weil diese Mannschaft Moral hat», betonte Coach Christian Streich.

Die Mainzer - seit der 65. Minute nach einer Gelb-Roten Karte für Zdenek Pospech in Unterzahl - hatten in der Partie am Dienstagabend nach vier Minuten bereits mit 2:0 durch die Tore von Shawn Parker (2. Minute) und Niki Zimling (4.) geführt. «Wir haben uns selbst mit einer Art und Weise um den Lohn gebracht, die sehr weh tut», sagte FSV-Coach Thomas Tuchel und ärgerte sich über den Platzverweis.

Den Sieg hatten sich nach 120 Minuten die Freiburger Gäste aber erlaufen, erspielt - und redlich verdient. So ratlos sie nach den beiden frühen Treffern binnen 120 Sekunden für einen Moment auch über den Rasen geschlichen waren, so rasant kämpften sie sich in die Partie zurück.

Mit dem Elfmeter in Nachspielzeit leitete Caligiuri endgültig die Wende ein: Nach einem Zweikampf zwischen Bo Svenssson und Santini entschied Referee Deniz Aytekin auf Strafstoß. «Da kann man Elfmeter geben», räumte Strutz ein. Der Siegtreffer zum größten Erfolg der Freiburger im DFB-Pokal gelang Caligiuri.

Der VfL Wolfsburg hat derweil den Favoritenschreck Kickers Offenbach gestoppt und darf weiter vom ersten Titel seit der Meisterschaft 2009 träumen. Die Wölfe gewannen mit 2:1 (0:0) beim Außenseiter aus der 3. Liga und zogen zum fünften Mal ins Halbfinale des DFB-Pokals ein.

Die Tore von Ivica Olic (50. Minute) und Bas Dost (71.) waren vor 18 700 Zuschauern der Lohn für das ständige, aber meist ideenlose Anrennen des 15. der Fußball- Bundesliga. «Wenn es uns gelingt, den Pokal zu holen, wäre die gesamte Saison positiv», meinte der kampfstarke Diego.

Die Offenbacher wehrten sich tapfer, schafften durch Marcel Stadel (81.) noch den Anschluss, verpassten aber nach ihren Erfolgen gegen Greuther Fürth, Union Berlin und Fortuna Düsseldorf eine weitere Sensation. Mit einem schweren Patzer vor dem ersten Gegentreffer war Torhüter Robert Wulnikowski - 2010 beim Sieg im Elfmeterschießen über den späteren Meister Borussia Dortmund noch umjubelter Held - die tragische Figur beim Pokalsieger von 1970. Durch das Aus entgeht den finanzschwachen Hessen die so dringend benötigte Millionen-Einnahme für den Halbfinaleinzug. «Wir haben es den Wolfsburgern extrem schwer gemacht», sagte ein stolzer Coach Rico Schmitt dennoch.

«Es war sehr wichtig dieses Tor zu machen. Sie haben es 60 Minuten gut gemacht, aber nach dem 2:0 war Schluss», analysierte 1:0-Schütze Olic. «Am liebsten wäre mir jetzt ein Heimspiel, und wenn möglich nicht gegen Dortmund oder Bayern», wünschte sich Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio für die Auslosung der Vorschlussrunde am Sonntag.

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