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Bayern München: Guardiola löst im Sommer Heynckes als Trainer ab

Uhr | Aktualisiert 17.01.2013 16:45 Uhr

Mit Josep Guardiola kommt einer der besten Trainer in die Bundesliga. (FOTO: DPA)

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Das Jahr 2013 beginnen die Bayern mit einem spektakulären Coup. Der europaweit umworbene Startrainer Pep Guardiola löst im Sommer beim deutschen Rekordmeister Jupp Heynckes ab. Die Münchner katapultieren sich mit dieser Personalie international ins Rampenlicht.
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MÜNCHEN/MZ. 

Ob er auch mal mit dem Fahrrad kommen wird? In New York, wo Josep Guardiola gerade seine Auszeit vom Fußball verbringt, tritt er jedenfalls gerne mal in die Pedale. Von seiner eleganten Mietwohnung am Central Park fährt der Katalane derzeit häufig mit dem Fahrrad durch die Stadt und auch zu den Vorlesungen an der Columbia Universität, in deren Mensa er sogar ab und zu essen soll. Was normale Gaststudenten eben so tun.

Vom 1. Juli an kann Josep Guardiola, den alle nur Pep nennen, neue Radwege einstudieren. Dann übernimmt er das Traineramt beim FC Bayern München von Jupp Heynckes, 67 Jahre alt, der zum Ende der Saison in den Ruhestand gehen wird.

Guardiola hat einen Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2016 unterschrieben. Schon am Freitag, an seinem 42. Geburtstag, wird er in München erwartet. Denkbar auch, dass er zum Rückrundenauftakt am Sonnabend gegen Greuther Fürth seine neue Mannschaft in der Arena in Augenschein nehmen wird.

Die Verpflichtung des ehemaligen Trainers des FC Barcelona kam nicht mehr überraschend. Das Interesse der Bayern war schon lange bekannt, der ehemalige Sportdirektor Christian Nerlinger hatte bereits vor gut eineinhalb Jahren bei dem Spanier vorgefühlt. Zuletzt hatten sich die Gerüchte um eine bevorstehende Verpflichtung immer mehr verdichtet.

Dennoch ist den Bayern Mittwochnachmittag mit der Bekanntgabe der Personalie ein bemerkenswerter Coup geglückt. Denn Guardiola war der begehrteste Trainer des Planeten, besonders in der englischen Premier League drängelten sich die Interessenten.

Das Rennen hat der FC Bayern gemacht und damit ein starkes Signal ausgesendet. Nicht allein die Rückkehr an die nationale Spitze hat sich der Verein zum Ziel gesetzt. Die wirtschaftlich gesunden Münchner streben ganz offensichtlich mit aller Macht eine ähnliche Dominanz im Weltfußball an, wie sie Guardiolas ehemaliger Klub, der FC Barcelona, derzeit innehat. Im Sommer hatte sich der frühere Nationalspieler nach 14 Titeln in drei Jahren, darunter zweimal der Gewinn der Champions League, von seinem Heimatverein verabschiedet, bei dem er vom Trainer der Reserve zum Chef aufgestiegen war.

Nun übernimmt Guardiola im Sommer den deutschen Renommierklub, mit dem er ähnliche Erfolge feiern soll. Er wird für den FC Bayern ein Trainer für Alles. Mehr Anspruch geht nicht. Was sich der Tabellenführer der Bundesliga den Trainer kosten lässt, darüber kann nur spekuliert werden. 15 Millionen Euro Jahresgehalt erscheinen realistisch. Der FC Chelsea soll zuletzt gar 22 Millionen Euro geboten haben.

Stolz waren die Verantwortlichen der Bayern über die Verpflichtung. "Pep Guardiola ist einer der erfolgreichsten Trainer der Welt, und wir sind sicher, dass er nicht nur dem FC Bayern, sondern auch dem deutschen Fußball viel Glanz verleihen kann", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.

Damit wurde innerhalb eines halben Jahres der Verein auf zwei entscheidenden Positionen neu aufgestellt. Im Sommer war den Bayern mit der Verpflichtung von Matthias Sammer als Sportvorstand bereits ein Coup geglückt. Gespannt darf man nun auch auf die Zusammenarbeit von Sammer und Guardiola sein.

Heynckes soll am Saisonende mit möglichst vielen Titeln und vor allem ehrenvoll verabschiedet werden. Präsident Uli Hoeneß schmeichelte seinem Freund Heynckes bereits. Er würde sich sehr freuen, "wenn die Mannschaft diesem großen Trainer den verdienten glanzvollen Abschied schenken würde. Als adäquater Nachfolger für Jupp Heynckes kam nur ein Trainer vom Kaliber eines Pep Guardiola in Frage", sagte Hoeneß.

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