Vorlesen

3. Liga: Der Hallesche FC muss gegen Karlsruhe ran

Uhr | Aktualisiert 07.12.2012 22:58 Uhr
Kapitän Maik Wagefeld (FOTO: MZ) 
Von
Der verletzte Kapitän des Halleschen FC, Maik Wagefeld, kann am Samstag gegen Karlsruhe nur die Daumen drücken. Er setzt auf Sieg.
Drucken per Mail
Halle (Saale)/Dresden/MZ. 

Draußen liegt der erste Schnee des Winters, innen spielen die Zwillinge Rosalie und Lieselotte. Es könnte für Maik Wagefeld, den Kapitän des Halleschen FC, ein heimeliger Tag im Kreis der Familie in Dresden sein. Doch der 31-jährige Fußballer hat einen Reha-Termin. Ein ausheilender Bauchmuskelfaserriss und eine überstandene OP am Sprunggelenk zwingen Wagefeld dazu, die Füße still zu halten. Doch auch ohne seinen Leitwolf hat der HFC zuletzt auswärts in Offenbach gewonnen. Thomas Düll sprach mit Maik Wagefeld.

Herr Wagefeld, Ihr Vertreter im defensiven Mittelfeld, Philipp Zeiger, hat im Verbund mit Marco Hartmann vergangene Woche eine gute Figur gemacht. Müssen Sie nun Angst haben, dass Sie gar nicht mehr benötigt werden?

Wagefeld: Ich halte von Philipp sehr viel und weiß ja auch schon aus unserer Dresdener Zeit, was er kann. Und Marco hat sich extrem gut entwickelt. Aber so etwas muss auf Dauer funktionieren. Das sind alles sehr unerfahrene, junge Spieler, da sind Schwankungen normal. Aber ich stelle mich gerne hinten an, wenn der Trainer sagt, die beiden sind besser.

Sie haben das 1:0 in Offenbach nur als Online-Video verfolgen können. Sind Sie vor Freude über den Treffer von Dennis Mast aufgesprungen?

Wagefeld: Ich habe gar nichts gemacht. Ich kann ja wegen der OP und meines Muskelfaserrisses nach wie vor nicht herumspringen. Aber ich habe mich richtig gefreut. Ich fand, die Jungs haben das in der schwierigen Situation, in der wir sind, hervorragend gemacht und am Ende ist Offenbach der eine Fehler passiert, so wie es uns auch oft ging. Und Dennis war so cool, wie er das Tor in der letzten Minute eingeschweißt hat.

Ihr Trainer Sven Köhler hat vergangene Woche gesagt, dass Sie in letzter Zeit die Verantwortung oft allein tragen mussten. Haben Sie sich manchmal allein gelassen gefühlt?

Wagefeld: Nein! Überhaupt nicht. Ich hatte von Anfang an gesagt, das wird eine schwere Saison. Und außer Darko Horvat und mir hat keiner höherklassige Erfahrung. Dass die Last auf uns beiden höher ist, das ist doch normal. Aber ich werde im Februar 32 Jahre alt, ich kann damit umgehen. Meine Mitspieler können sich da auf mich verlassen, und ich mich umgekehrt auf meine Jungs.

Und wie fühlt es sich als Kapitän an, wenn man in dieser schwierigen Situation nur zuschauen kann?

Wagefeld: Für den Kopf ist die Auszeit eigentlich ganz gut. Das letzte Jahr war anstrengend und dieses Jahr ist auch nicht einfach. Natürlich hätte ich die OP lieber erst nach dem letzten Spiel vor der Winterpause machen lassen, aber wir konnten uns das nicht aussuchen. Wenn alles gut läuft, bin ich ja nicht lange weg. Anfang Januar sollte ich wieder mit dabei sein.

In der Zwischenzeit wird sich womöglich einiges verändern. Zwei Kandidaten waren diese Woche beim Probetraining. Haben Sie den möglichen Spielmacher Björn Ziegenbein bereits kennengelernt?

Wagefeld: Persönlich kenne ich ihn nicht. Ich weiß von seinen Einsätzen für Rostock, Wiesbaden und 1860 München, dass er einen guten Zug zum Tor hat und sehr torgefährlich war. Die Qualität ist vorhanden. Also wenn die Möglichkeit besteht, machen wir keinen Fehler, ihn zu verpflichten.

Ziegenbein gilt, wie Sie auch, als Anführer. Könnten Sie beide sich in die Quere kommen?

Wagefeld: Warum soll es da Probleme geben? Um Gottes Willen, Fußball ist ein Mannschaftssport und jeder, der uns weiterhilft, ist bei uns willkommen.

Wie kann der HFC am Samstag gegen den sehr formstarken Karlsruher SC bestehen. Hilft nur das Glück?

Wagefeld: Glück würde ich nicht sagen. Wir spielen zu Hause, ich denke, es werden einige Zuschauer da sein. Wir haben nichts zu verlieren. Wir haben bisher auch gegen Gegner aus der Tabellenspitze nicht so schlecht ausgesehen und die Chance, das Spiel für uns zu entscheiden.

Werden Sie mit im Stadion sein?

Wagefeld: Die Frage stellt sich für mich gar nicht. Natürlich. Das gehört sich so. Aber die Spieler haben wichtigere Dinge, mit denen sie sich beschäftigen werden. Wenn ich spielen würde, wäre es mir relativ egal, ob jemand auf der Tribüne sitzt oder nicht.

Das Duell Hallescher FC gegen Karlsruher SC wird vom SWR live im Internet übertragen: www.swr.de .

Weitere Informationen zum HFC unter: www.mz-web.de/hfc

Auch interessant