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Unfall am Bahnübergang Amsdorf: „Das hätte Tote geben können“

Unfall

Der Regionalzug hat den Kleintransporter nach der Kollision noch rund 150 Meter mitgeschleift.

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Michael Döring

Amsdorf -

Ihre Geistesgegenwart hat drei Männer am Montag vor schwersten Verletzungen oder gar dem Tod bewahrt. Sie konnten gerade noch rechtzeitig ihren Kleintransporter verlassen, bevor ein Regionalzug das Fahrzeug am Bahnübergang zwischen Amsdorf und Röblingen erfasste und noch rund 150 Meter mitschleifte. Weder die drei Männer, noch die sieben Personen im Zug (fünf Reisende, Triebwagenführer und Zugbegleiter) wurden verletzt.

Der Kleintransporter aus Richtung Amsdorf war wegen Straßenglätte und „nicht angepasster Geschwindigkeit“, so die Polizei, in der Rechtskurve am Bahnübergang Amsdorfer Chaussee ins Gleisbett gerutscht und kam nicht mehr heraus. Der Fahrer und die beiden Insassen stiegen sofort aus, so Heiko Prull vom Polizeirevier Mansfeld-Südharz. Der Lokführer des Abellio-Zugs von Sangerhausen nach Halle konnte trotz Notbremsung die Kollision nicht mehr verhindern. „Die drei Männer müssen mehrere Schutzengel gehabt haben“, so Prull zur MZ. „Das hätte Tote geben können.“ Bei dem Kleintransporter handelte es sich um ein Firmenfahrzeug; die Insassen, die aus dem Seegebiet, Sangerhausen und Naumburg stammen, waren auf dem Weg zur Arbeit.

An dem Triebwagen sei rund 100.000 Euro Sachschaden entstanden, an dem Transporter Ford Transit 30.000 Euro (Totalschaden), so der Polizeisprecher weiter. Die Bahnstrecke Halle-Eisleben war vom Unfallzeitpunkt 4.30 Uhr bis circa 8.30 Uhr gesperrt. Der Netzbetreiber Abellio Mitteldeutschland setzte Busse als Schienenersatz-Verkehr ein.

Die Straßenglätte wurde auch der gegen 4.40 Uhr alarmierten Feuerwehr zum Verhängnis. Wie Steffen Kujas, Gemeindewehrleiter im Seegebiet Mansfelder Land, der MZ sagte, sei ein Pkw mit dem ersten Einsatzfahrzeug der Röblinger Feuerwehr zusammengestoßen, das auf dem Weg zur Unfallstelle war. Ein Feuerwehrmann und der Autofahrer seien dabei verletzt worden, so Kujas. Das Feuerwehrfahrzeug musste abgeschleppt werden. Laut Polizei beträgt der Sachschaden 5.000 Euro. An dem Pkw entstand Totalschaden (10.000 Euro). Die Kollision ereignete sich gegen 4.50 Uhr in der Geschwister-Scholl-Straße in Röblingen.

Schwierige Bergung

Die Bergung des verunglückten Kleintransporters sei sehr schwierig gewesen. „Das Fahrzeug hatte sich unter dem Triebwagen stark verkeilt“, so der Einsatzleiter. „Die Unfallstelle war auch nicht gut zugänglich.“ Zur Bergung sei spezielle Technik notwendig gewesen, so Kujas. Die Feuerwehrleute hätten auch die Zugpassagiere betreut. „Wir hatten gut zu tun.“ Außer der Röblinger waren die Feuerwehren Erdeborn, Wansleben und Aseleben mit insgesamt 51 Mann und elf Fahrzeugen bis 9 Uhr im Einsatz. Laut dem Gemeindewehrleiter hat es in den vergangenen Jahren bereits mehrere Unfälle an der Bahnstrecke gegeben. (mz)


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